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Rede in Wöhrd: Söder spricht über mögliche Koalitionspartner

Ministerpräsident würdigt bei Wahlkampfauftritt seine Heimat Nürnberg - 24.08.2018 12:50 Uhr

Das Thema Heimat war Markus Söder bei seinem Besuch auf der Wöhrder Kirchweih wichtig. Er wolle weiterhin das Bild des "Markus aus Nürnberg" wahren. © Michael Matejka


Männer in Karohemden begrüßen sich mit einem Klaps auf die Schulter. Frauen mit blondierter Föhnfrisur verteilen Küsschen. Im Wöhrder Festzelt kennt man sich. Auch dem Festredner vom Donnerstag haben die meisten von ihnen schon einmal die Hand geschüttelt. Und trotzdem herrscht schon vor dem Eintreffen von Markus Söder in dem Bierzelt eine Stimmung wie vor einer Kinopremiere.

Die Blaskapelle stimmt den Bayerischen Defiliermarsch als Soundtrack des Abends an – und dann kommt er: Der bayerische Ministerpräsident. Die Menschen sind von ihren Bierbänken aufgestanden, applaudieren oder strecken ihre Smartphones in die Höhe. Söder lächelt auf seinem Weg nach vorne in die Kameras und schüttelt Hände. Bei 1,94 Meter Körpergröße hat er trotz dem Pulk um sich keine Mühe aufzufallen.

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Markus Söder ist endgültig im Wahlkampf angekommen. Nachdem er die SPD in München als politischen Gegner abschrieb ("Sie wird ersetzt durch die Grünen"), fuhr der Ministerpräsident nach Nürnberg. Genauer: nach Wöhrd. Dort schlüpfte er in seine Paraderolle als Bierzelt-Redner.


"Bayern ist ein großartiges Land. Bayern ist super. Aber am schönsten ist es halt in Nürnberg" – beginnt der CSU-Politiker seine Festrede passend zum Austragungsort. Bei der Fastnacht in Franken beweist er jedes Jahr sein Verwandlungsgeschick. Auch im Wöhrder Festzelt gibt er eine Kostprobe von sich als Büttenredner: "Wer bayerischer Ministerpräsident werden will, braucht eine Frau, die Karin heißt" Die Anspielung auf die Ehefrauen seiner Vorgänger sorgt für Lacher im Bierzelt.

Heiraten wie in Las Vegas

Dann spricht er über das "großartige Land Deutschland" und den Freistaat – der "erfolgreichsten Region", welche die Hälfte der Bundesländer über Wasser halte. Die Frauen und Männer an den Biertischen klatschen. In Nürnberg sei das Geld aber besonders gut angelegt. So zähle die Kaiserburg mittlerweile zu einem kulturellen Highlight, auf dem geheiratet werde wie in Las Vegas. Und der renaturierte Wöhrder See sorge für ein kühles Stadtklima. "Ich habe gehört, sogar Michael Frieser schwimmt dort", schlägt er wie zur Bestätigung seiner Politik die Brücke zu seinem Parteikollegen.

Söder ist bemüht, das Bild vom "Markus aus Nürnberg" zu erhalten. Hier kann er auf Unterstützung hoffen. Hier will er als bayerischer Ministerpräsident etwas verändern. Und weil Politiker an ihren Erfolgen gemessen werden, wird er auch nicht müde, von diesen zu erzählen: Etwa von der Technischen Universität, die Nürnberg dank seiner Hilfe bekommt. "So etwas macht außer dem Freistaat Bayern keiner." Oder dem Ausbau des Frankenschnellwegs, den auch er trotz jahrelanger Verzögerungen nicht aufgeben will. "Wir haben das Geld dafür und auch die Stadt will das."

Söder will mit Grünen verhandeln

Im Oktober wird Söder seine Partei wahrscheinlich in eine Koalition führen müssen. Sieben Wochen vor der Landtagswahl hat er die SPD wegen ihrer schlechten Umfragewerte dabei als politischen Gegner abgeschrieben. Und das, obwohl er in Wöhrd sagt: "Wir haben so viele Wahlen erlebt, bei denen Demoskopen geirrt haben." Verhandeln will er mit den Grünen. Nicht alle im Wöhrder Festzelt unterstützen das. "Ich würde lieber mit Sozis diskutieren als mit den Grünen", schreit ein Mann seinem Gegenüber am Biertisch entgegen.

Applaus bekommt Söder trotzdem von ihm. "Ich bin der Markus und da bin ich daheim", sagt dieser noch, bevor er vom Podium steigt. Das Thema Heimat geht in Bayern schließlich immer. 

Marie Zahout E-Mail

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