Mittwoch, 12.12.2018

|

zum Thema

Sanierung gelungen: Aro will neu durchstarten

Gläubiger stimmen Insolvenzplan der Heimtextilfirma zu - 27.02.2014 19:41 Uhr

So sieht der Aro-Fachmarkt der Zukunft aus: Michael A. Roth mit Tochter Carina und Sohn Dominik präsentieren das neue Design. © Edgar Pfrogner


„Es war eine harte und schwierige Zeit, aber auch eine spannende“, sagt Hans-Ulrich Thümmel. Der kaufmännische Leiter bei der Aro Heimtextilien GmbH sieht das Unternehmen nach der einstimmigen Billigung des Insolvenzplans durch nun vor dem Neustart. Wie hoch die Quote für die Gläubiger sein wird, sagte er nicht. Vor einem halben Jahr war Aro mit damals noch rund 80 Filialen in das Schutzschirmverfahren gegangen.

Diese relativ neue Art des Insolvenzverfahrens erlaubt dem Unternehmen die Sanierung in Eigenregie. Dem Management wird dabei ein Sachwalter zur Seite gestellt, der berät und Entscheidungen kontrolliert.

Im Zuge der Sanierung hat das Unternehmen rund ein Drittel seiner Filialen geschlossen und den Personalstand von einst gut 500 auf 350 Mitarbeiter in den Filialen und der Nürnberger Unternehmenszentrale reduziert. „Es war nicht einfach, 110 Kündigungen auszusprechen“, sagt Thümmel rückblickend. Aber Belegschaft und Betriebsrat hätten zu jeder Zeit mitgezogen: „Jetzt sind alle happy.“

Viele Kunden blieben dem Unternehmen treu

„Auch die Kunden haben uns die Stange gehalten“, sagt der kaufmännische Leiter. Die verbliebenen 60 Aro-Filialen erzielen nach seinen Worten derzeit stabile Umsätze auf dem Niveau von vor der Insolvenz. „Wir erreichen die Vorjahreswerte ohne Probleme.“ Genaue Zahlen nennt er nicht. Der letzte bekannte Umsatz von Aro lag im Jahr 2012 bei etwa 50 Millionen Euro.

Die Filialen sollen nun deutlich verkleinert und sukzessive modernisiert werden – nach dem Muster des Geschäfts in der Nürnberger Sigmundstraße. Dort geht Aro weg vom Image des reinen Teppichboden-Anbieters hin zum modernen Raumausstatter. Als nächstes sollen die zwei Erlanger Filialen umgestaltet werden. 300 bis 500 Quadratmeter ist nun Richtgröße für die Geschäfte – früher waren es oft mehr als 1000 Quadratmeter.

Dass das Unternehmen im Zuge der Sanierung aus langfristigen und teuren Mietverträgen herauskam, sei ein deutlicher Spareffekt, sagt Thümmel. Er spricht von einer „sehr zufriedenstellenden Ergebnissituation“. Sowohl die Kosten für die Sanierung als auch für anstehende Investitionen kämen „ausschließlich aus der Familie“ Un die denkt schon wieder an Expansion, so Thümmel.

„Wir sind dabei zu überlegen, ob wir demnächst wieder Personal einstellen können." 

Von Gabi Wald-Hauf (Nürnberger Zeitung)

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Nürnberg