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Sanitäter gesteht Fürther Missbrauchsfälle

41-Jähriger machte seine Opfer mit Beruhigungsmitteln gefügig - 23.10.2017 15:38 Uhr

Im Landgericht Nürnberg-Fürth gestand der 41-jährige Angeklagte am Montag den Missbrauch. © Daniel Karmann/dpa


Im Prozess um den Missbrauch von mehr als ein Dutzend willenlos gemachten Frauen im Raum Fürth hat der Angeklagte am Montag die Vorwürfe in vollem Umfang eingeräumt. In einer Erklärung betonte der 41 Jahre alte Sanitäter unter Tränen, im Grundsatz stimmten die in der Anklageschrift genannten Vorfälle. Die bei den Taten verwendeten Beruhigungsmittel habe er in der BRK-Station Puschendorf (Landkreis Fürth) "abgezweigt", wo er als Sanitäter eingesetzt war.

Wörtlich sagte er vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth: "Ich schäme mich abgrundtief, dass ich das Vertrauen der Frauen missbraucht habe". Er wisse, dass er viel Leid über Menschen gebracht habe, von denen viele aus seinem Bekanntenkreis stammten. Er habe auf diese Weise sexuelle Befriedigung gesucht. Am Ende habe er sich auch geschmeichelt gefühlt, dass ihm die Frauen so viel Vertrauen schenkten. Einige hatten sich sogar mehrfach den "Untersuchungen" unterzogen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann 24 Vergewaltigungen zwischen 2009 und 2016 vor. Einige der Frauen lernte er bei Praktika in Klinken kennen, andere in seiner Freizeit. Dabei wendete er immer die gleiche Masche an: Nachdem er ihr Vertrauen erschlichen hatte, wies er sie auf eine Medikamentenstudie der Uni Erlangen hin, für die er Teilnehmer suche. Später verabredete er sich mit den Frauen, machte sie mit Beruhigungsmitteln willenlos und vergewaltigte sie oder verging sich an ihnen in anderer Weise sexuell.

Das jahrelange Treiben des Sanitäters flog erst auf, als zwei miteinander befreundete Frauen Zweifel an der Seriosität der angeblichen Medikamentenstudie hegten, wie sie am Montag als Zeugen berichteten. Nachdem sie im Internet vergeblich das angebliche Uni-Institut suchten und auch die Uniklinik erklärte, sie wisse nichts von einer solchen Studie, wandten sie sich an die Polizei.  

dpa

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