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Schadstoffe am Flughafen: Nicht gefährlich, aber lästig

Umweltreferent Pluschke: "Die Altlast muss bewältigt werden" - 18.12.2014 06:00 Uhr

Mit neuem Namen aber alten Lasten: Schadstoffe beschäftigen den Nürnberger Flughafen.

Mit neuem Namen aber alten Lasten: Schadstoffe beschäftigen den Nürnberger Flughafen. © dpa


Für den Flughafen stelle das PFC freilich dennoch ein erhebliches Problem dar, so Umweltreferent Peter Pluschke, "weil es klar ist, dass diese Altlast bewältigt werden muss. Entweder indem man sie einkesselt oder indem man sie beseitigt."

Die PFC befinden sich „im Boden, im Grundwasser und bewegen sich mit dem Oberflächenwasser fort“, so Pluschke. Die Stoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Sie sind sehr langlebig und von der Natur nicht abbaubar. Der Bereich mit relevanten PFC-Schadstoffmengen erstreckt sich vom Löschbecken Ost über die Ziegellach bis zu den Herbstwiesen.

Allerdings habe sich bei der Untersuchung von Pilzen und Beeren im Waldgebiet Ziegellach gezeigt, dass diese unbedenklich seien, auch bei den Proben aus dem Knoblauchsland (dort wurden zwischen 2012 und 2014 Salat, Gurken, Möhren und Tomaten bezüglich PFT untersucht) lagen die Ergebnisse unter der Nachweisgrenze. In den untersuchten Beregnungsbrunnen im Knoblauchsland, die in der Nähe zum Bucher Landgraben oder zum Biotop Ziegellach liegen, konnten keine PFC-Schadstoffe festgestellt werden.

Der Umweltausschuss behandelte das Thema gestern auf einen Antrag des Freien-Wähler-Chefs Jürgen Dörfler hin, der auch wissen wollte, ob die Bürger durch den Verzehr von Wildtieren wie Feldhase, Rebhuhn oder Fasan gefährdet werden könnten. Doch nach Angaben der Bayerischen Staatsforsten werden im Gebiet Ziegellach seit 2005 schon keine Wildtiere mehr erlegt, außerdem gebe es keinen amtlich festgelegten PFC-Grenzwert für tierische Lebensmittel.

Großprojekt auf Eis

Die Chemikalien waren 2011 entdeckt worden; sie resultieren aus dem Schaum, mit dem die Feuerwehr früher Löschübungen praktiziert hat. Sie hatten dafür gesorgt, dass ein zuvor heftig und kontrovers diskutiertes Großprojekt auf Eis gelegt werden musste: Die von der CSU und der FDP geforderte Nordanbindung des Flughafens an die Autobahn könnte erst entstehen, wenn das PFC-Problem gelöst ist. Und dies dürfte sich doch noch hinziehen.

Aus dem aktuellen Bericht, den das Umweltamt vorlegte, geht hervor, dass erst Ende 2015 mit einer großtechnischen PFC-Grundwassersanierung am Flughafen begonnen werden kann. Zuvor läuft die umfangreiche Erkundungsphase und Sanierungsvorbereitung. Der Flughafen hat für die erforderlichen Investitionen bereits Rückstellungen in Höhe von zehn Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre vorgenommen. Während in früheren Sitzungen des Umweltausschusses oder des Stadtrats das Thema „PFC am Flughafen“ doch lebhaft diskutiert wurde, ging es Mittwoch eher ruhig und weihnachtlich-friedlich zu.

Nach Dörflers Antragsbegründung und den Berichten der Fachleute gab es keine einzige Wortmeldung vonseiten der Stadträte. Dörfler wies darauf hin, dass nach Angaben des Bayerischen Umweltministeriums eine PFT-Ausbreitung bis nach Fürth nicht gegeben ist. 

Marco Puschner (Nürnberger Zeitung)

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