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Sirenen für Nürnberg: Stadt arbeitet an neuem Warnsystem

Bevölkerung soll schnell vor Gefahren und Katastrophen gewarnt werden - 05.01.2016 15:34 Uhr

Bei Gefahren oder Katastrophen, die die Bevölkerung unmittelbar betreffen, sollen die Menschen informiert werden.

Bei Gefahren oder Katastrophen, die die Bevölkerung unmittelbar betreffen, sollen die Menschen informiert werden. © News5


"Unser oberstes Ziel ist dabei der Personenschutz", sagt Christian Vogel. Mithilfe der 107 Sirenen, die der Bürgermeister im Stadtgebiet installieren will, soll die Bevölkerung auf mögliche Gefahrensituationen hingewiesen werden. "Wir wollen die Leute damit informieren: Es ist was. Schaltet Radio oder Fernsehen ein, schaut im Internet."

Mit dem etwa eine Minute dauernden Heulton, der auf- und abschwillt, wolle man keine Ängste schüren, sondern Aufmerksamkeit wecken, betont Vogel. Denn mit dem lauten Ton könnten die Menschen auch nachts erreicht werden. Für das kommunale Warn- und Informationssystem Katwarn, das angemeldete Bürger per SMS oder Smartphone-App warnt, sei die Akzeptanz viel zu gering. Nur 12.790 Nutzer sind dort bisher registriert. Und auch ältere Nürnberger ohne Smartphone oder Menschen, die kein Deutsch sprechen, müssten gewarnt werden, sagt der Bürgermeister.

Wenn der Stadtrat Anfang Februar grünes Licht gibt, könne es 2017 losgehen. Laut den Planungen der Berufsfeuerwehr, die für den Katastrophenschutz verantwortlich ist, sollen elektrische Sirenen verwendet werden, die kaum Strom brauchen. "Über ein digitales Funksystem können wir sie warten und steuern", sagt Hans-Peter Reißmann, Abteilungsleiter für den Bevölkerungsschutz bei der Nürnberger Berufsfeuerwehr.

2,8 Millionen Euro muss die Stadt dafür in die Hand nehmen - verteilt auf zehn Jahre. Bürgermeister Vogel weiß selbst, dass das viel Geld für die angespannte Haushaltslage ist. Aber darauf zu verzichten "wäre sparen am falschen Ende". Zudem sei die Stadt gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Bürger bei Gefahrensituationen wie Großbränden, extremen Unwettern, Gefahrgutunfällen oder Terroranschlägen zu warnen.

Dass Nürnberg derzeit nur noch 14 veraltete Sirenen hat, liegt auch an der Wiedervereinigung. In den 90er Jahren war man davon ausgegangen, dass die Welt nun endlich in Frieden leben könne - und baute die Anlagen ab. Zudem habe es damals auch noch nicht so viele und extreme Naturkatastrophen gegeben, sagt Reißmann. Neben Nürnberg rüsten derzeit auch Städte wie Augsburg, Regensburg, Köln, Düsseldorf und Mannheim in Sachen Sirenen auf.

Wie ein entsprechender Sirenen-Heulton klingt, das hören Sie in diesem Video. Es geht nur um das erste Signal.

 

Judith Horn

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