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Dienstag, 25.09.2018

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Stadtgarten ist startklar für seine letzte Saison

Suche nach Ersatzdomizil läuft seit zwei Jahren erfolglos - 14.03.2018 08:32 Uhr

Die Aufräumarbeiten für die letzte Saison haben begonnen: Der Stadtgarten ist seit 2012 in Eberhardshof auf dem ehemaligen Quelle- Areal beheimatet und hat bereits auf dem Gelände einen Umzug gemeistert. Wie es nach Saisonende weitergeht, ist immer noch unklar. © RALF RÖDEL / NN


2019 rollen hier die Bagger an, um einen Quartierspark zu schaffen. Ein neuer Standort ist noch nicht in Sicht. "Wir sind verhalten optimistisch", sagt Stadtgärtnerin Xenia Mohr vom Organisationsteam. "Bei unserem letzten Umzug Ende 2014 haben wir auch erst zwei Monate vorher gewusst, wo wir hingehen", ergänzt sie.

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Frühlingsfest im Nürnberger Stadtgarten

Die Gärtner luden zum Frühlingsfest im Nürnberger Stadtgarten ein. Im Stadtteil Eberhardshof konnte man sich die Kräuter, Blumen und andere Pflanzen anschauen, die jetzt schon aus der Erde sprießen. Für musikalische Unterhaltung sorgte der Songwriter Alex Perez.


Ihre Suche mit Unterstützung der Stadt läuft seit zwei Jahren. Bereits 17 Flächen haben sich die Hobbygärtner angeschaut, aber keine kam bislang infrage. Entweder lag das Areal zu nah an einer Hauptstraße - "Man will das geerntete Gemüse ja auch essen" - zu sehr stadtauswärts oder der Zuschnitt des Geländes eignete sich nicht für einen Stadtgarten.

Dabei drängt die Zeit, nach Saisonende muss der Umzug im Herbst über die Bühne gehen. Der Gemeinschaftsgarten mit seinen 1500 Quadratmetern ist derzeit noch Teil einer rund 10.000 Quadratmeter großen städtischen Fläche, auf der ab 2019 ein Bürgerpark entstehen soll.

35 Tomaten-, 14 Chili-, zehn Kartoffel- und zwölf Bohnensorten

Mohr spricht von einem klassischen Dilemma, "die Stadt ist ein toller Partner, aber wir können unseren Garten nicht einfach aufgeben..." Gesucht wird eine Fläche von 1000 bis 2500 Quadratmetern, die innerhalb des Mittleren Rings liegt und mit den Öffentlichen gut erreichbar ist. Auch ein Hinterhof oder eine Zwischennutzung für mindestens drei Jahre sei denkbar. "Ideal wäre natürlich ein Platz, auf dem wir auch bleiben könnten. Denn solch ein Umzug ist ein Kraftakt - immerhin machen wir das alles ehrenamtlich", fährt Mohr fort. 

Ungeachtet der Standortproblematik laufen seit diesem Monat die Vorbereitungen für die neue Saison. Letztes Wochenende wurde aufgeräumt, die Möbel aus dem Winterquartier geholt und der Grünkohl geerntet, kommenden Samstag wird der Kompost durchgesiebt und in die Beete eingearbeitet. Auch wenn es in die letzte Runde geht, setzen die Hobbygärtner nach wie vor auf Vielfalt: So soll es allein 35 Tomaten-, 14 Chili-, zehn Kartoffel- und zwölf Bohnensorten geben.

Es geht um das Thema Müllvermeidung 

In puncto Programm halten die Hobbygärtner an Altbewährtem fest - wie das Frühlingsfest am 21.April, 13 Uhr, der Jungpflanzenverkauf am 12.Mai, ab 13 Uhr, und Kochkurse - diesmal zum Thema Europa. Sie  probieren aber auch Neues aus: So sind drei Veranstaltungen mit Partnern geplant: Ein Picknick mit dem Unverpacktladen Zero-Waste, wo es auch ums Thema Müllvermeidung geht, ein veganer Brunch mit Proveg Nürnberg sowie ein Netzwerktreffen mit Stadtgärtnern aus dem Raum Nürnberg, Erlangen und Fürth.

Zum Hintergrund: Der Verein Bluepingu initiierte 2012 das erste "Urban Gardening"-Projekt in Nürnberg. Ende 2014 zog der mobile Gemeinschaftsgarten dann um — und zwar innerhalb des ehemaligen Quelle-Areals auf den Parkplatz an der Wandererstraße44. Schon damals war klar, dass es sich lediglich um eine Zwischennutzung handelt, da auf dem Gelände der neue Quartierspark entsteht. Die Arbeiten starten im Frühjahr 2019.

Verlängerten Nutzungsvertrag ausgehandelt 

Entsprechend läuft der verlängerte Nutzungsvertrag, den die Hobbygärtner mit der Stadtverwaltung ausgehandelt haben, zum Jahresende aus. Die Zusammenarbeit zwischen dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) und dem Verein, der für den verkehrssicheren Zustand des Bereichs sorgt, „war stets hervorragend“, schwärmt Ronald Höfler, kaufmännischer Werkleiter bei Sör.  

CLAUDIA BEYER

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