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Der Streit um das Dürer-Selbstporträt „Selbstbildnis im Pelzrock“ nimmt immer kuriosere Züge an. Das Germanische Nationalmuseum (GNM) wies am Montag in Nürnberg den Vorwurf aus München zurück, das bedeutete Gemälde bei einer Ausleihe 1971 beschädigt zu haben: Davon höre man zum ersten Mal. „Über eine Beschädigung des Gemäldes, wie sie jetzt überraschend vom Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vorgetragen wird, liegen dem GNM keinerlei Informationen vor“, erklärte das Museum in Nürnberg.
Auch der Kurator der damaligen Ausstellung, Peter Strieder, wisse weder von einer Beschädigung noch von einem Versicherungsfall. „Auch der im Archiv des GNM liegende Briefverkehr zum Leihvorgang von 1971 liefert keine Hinweise darauf“, unterstrich das Nürnberger Museum. Neu sei dem Germanischen Nationalmuseum auch, dass die Bayerische Staatssammlung die Ausleihe des Bildes für eine Dürer-Ausstellung im Frühsommer aus konservatorischen Gründen ablehne.
Das sei bei den bisherigen Verhandlungen nie zur Sprache gekommen. Dennoch räumt das GNM ein, dass der Transport von Holztafelgemälden grundsätzlich immer ein konservatorisches Problem darstelle. „Dieses Risiko gilt es von Fall zu Fall sorgfältig abzuwägen.“ Bei einer Ausleihe für die Nürnberger Ausstellung würde das Germanische Nationalmuseum sicherstellen, „dass Transport und Präsentation von Kunstwerken unter Einhaltung höchster aktueller konservatorischer Standards erfolgen“.
Der Deutsche Museumsbund verwahrte sich gegen eine Einmischung der Politik. Die Entscheidung über eine Ausleihe des Gemäldes „Selbstbildnis im Pelzrock“ müsse allein bei den Eigentümern und verantwortlichen Fachleuten liegen, forderte der Präsident des Verbandes, Volker Rodekamp, am Montag und schloss sich damit der Argumentation der Bayerischen Staatsgemäldesammlung an.
Auch der deutsche Zweig des Internationalen Museumsrates ICOM gab den Staatsgemäldesammlungen Rückendeckung. Mit großer Sorge verfolge ICOM Deutschland die Debatte über die Ausleihe eines Gemäldes, das zu den bedeutendsten Kunstwerken der Neuzeit in Europa gehöre. Keinesfalls sollten tagespolitische Erwägungen dabei eine Rolle spielen. Grundlage für die Entscheidung müsse der Zustand des Bildes sein, sagte ICOM-Deutschland-Präsident Klaus Weschenfelder am Montag.
Di. 28.02.12
Di. 07.02.12
Mi. 01.02.12
So. 29.01.12
Mi. 18.01.12