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In dieser Redaktion blüht üblicherweise der Flachs, regiert Hohn und Spott, da werden – das nur noch, um diese Phrasentrilogie des Grauens zu komplettieren – die Hauptdarsteller unseres Metiers durch den Kakao gezogen. Und gerne auch Kollegen. Das lässt sich leicht zugeben, wir sind uns sicher, dass das nebenan in der Wirtschaft und beim Feuilleton nicht anders ist. Schwierig wird es nur, wenn man sich selbst durch den Kakao ziehen müsste, weil man den sicheren Pfad journalistischer Coolness verlässt und meint, auch mal über das eigene Kind schreiben zu müssen.
Es geht heute also um Henri, den hübschesten und cleversten Zweijährigen Mitteleuropas, mindestens. Das ist nur deshalb möglich, weil der Kollege, der Texte wie diesen, der mit all seiner unvermeidbaren Kitschigkeit nun alsbald auch so richtig beginnen wird, noch am Erscheinungstag ungewohnt süßlich vorträgt und die ihm innewohnende Peinlichkeit damit schonungslos offenlegt. Der Kollege hat darin eine unerreichbare Meisterschaft erreicht. Man stelle sich vor, Oliver Kalkofe rezitiert Zeitungsartikel. Wunderbare Unterhaltung ist das jedes Mal. So lange man den Text nicht selbst verfasst hat.
Aber egal, sind ja ohnehin nur noch 13 Zeilen, die geblieben, um Henri zu beschreiben. Henri ist ein Linksfuß, mit läuferischen Stärken und koordinativen Schwächen. Zudem ist er Sportfan und laut jüngster U-Untersuchung außerordentlich sprachbegabt. Henri interessiert sich für „Eisko“, den Basketball-Superstar „Witzki“ und alle „Suffballer“. Das ist so süß, dass das unbedingt mal... hier in der Zeitung stehen musste. Die Gelegenheit war günstig. Jetzt ist es ja auch vorbei und soll nicht wieder vorkommen.
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