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Tiergarten: Leichtsinnige Besucher am Tiger-Gehege

Eltern stellen ihre Kinder verbotenerweise auf die Mauer des Freigeheges - 31.05.2016 06:00 Uhr

Erwachsene stellen bei der Raubkatzen-Freianlage ihren Nachwuchs verbotenerweise immer wieder mal auf die Mauer. © Karlheinz Daut


Passiert ist im Nürnberger Tiergarten bislang glücklicherweise noch nichts, aber ein unbeabsichtigter Rempler im Gedränge an der Mauer könnte katstrophale Folgen haben.

In den USA war am Wochenende ein Vierjähriger in eine Gorilla-Anlage gefallen, nachdem er eine Absperrung überklettert hatte. Der knapp 200 Kilo schwere Menschenaffe zog den Jungen herum, bis sich die Zooleitung entschloss, den Silberrücken zu erschießen.

Der stellvertretende Nürnberger Tiergarten-Direktor Helmut Mägdefrau appelliert generell an die Vernunft der Besucher: Sie sollten sich nicht durch unbedachte Aktionen selbst in Gefahr bringen: "Wir sind kein Zirkus und haben keine handzahmen Tiere, es bleiben Wildtiere."

Dass Zootiere Besucher attackieren, kommt dank der Abgrenzungen durch Gräben, Zäune, Gitter und Glaswände zwar selten vor. Allerdings darf man das Revier-Bewusstsein von Eisbär, Menschenaffe und Co. nicht unterschätzen. Ein Pfleger hatte vor zehn Jahren in der Nürnberger Gorilla-Freianlage vergessen, einen Schieber vor Beginn seiner Reinigungsarbeiten zu schließen. Daraufhin stürzten sich die vier Menschenaffen auf den Tiergarten-Mitarbeiter und verletzten ihn derart, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Sie hatten ihn nicht als ihren Betreuer, sondern als feindlichen Eindringling in ihr Territorium angesehen.

Übrigens: Auch Tiergarten-Vize Mägdefrau ist als Kind im Zoo von einem Pavian gebissen worden. Während besorgte Eltern heute ihre Kinder ausgiebig bemitleiden, reagierte seine Mutter damals anders: "Sie entschuldigte sich beim Tierpfleger und gab mir eine Ohrfeige."

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Hartmut Voigt E-Mail

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