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Tiertötungen: Peta zeigt Zoo-Direktor Dag Encke an

Tierrechtsorganisation fordert "sofortige Suspendierung" - 23.02.2016 06:00 Uhr

Tiergarten-Chef Encke bleibt trotz der Vorwürfe von Peta gelassen. Er sieht sein Vorgehen gedeckt.

Tiergarten-Chef Encke bleibt trotz der Vorwürfe von Peta gelassen. Er sieht sein Vorgehen gedeckt. © Michael Matejka


Diese Zahl hatte Encke auf NN-Anfrage nach einem Vortrag im Naturkundehaus "Artenschutz und Todesschuss - zwei Seiten einer Medaille" mitgeteilt.

Natürlich versuche man, überzählige Neugeborene in anderen Einrichtungen adäquat unterzubringen. Wenn zu viele männliche Tiere auf engem Raum leben und nicht ausweichen können, gibt es oft harte Kämpfe ums Revier. Doch wenn eine Abgabe in einen anderen Zoo nicht möglich ist, bleibe keine Alternative, argumentiert der Tiergarten. Peta sieht im Töten gesunder "Überschusstiere" keinen Grund, der durch das Tierschutzgesetz abgedeckt ist. Daher erstattet die Organisation nun erneut Anzeige gegen den Tiergarten-Direktor und fordert seine unmittelbare Suspendierung, weil er "offenbar unbesonnen weiter strafrechtlich relevant Tiere tötet".

Encke: Vorgehen gedeckt

Encke reagiert sehr gelassen auf den Vorstoß: "Es ist bekannt, dass Peta uns loshaben will." Doch der Zoologe ist absolut überzeugt davon, dass sein Vorgehen durch das Tierschutzgesetz abgedeckt ist.

Ein weiteres Strafermittlungsverfahren hatte Peta bereits im Mai vergangenen Jahres gegen ihn beantragt. Damals ging es um die Tötung eines gesunden Pavians "ohne vernünftigen Grund", wie Peta betont. Laut Encke liegt in dieser Angelegenheit noch keine Entscheidung vor.

Der Pavian war eingeschläfert worden, weil er - so die Darstellung des Tiergartens - erhebliche Unruhe in die Pavian-Gruppe gebracht hatte, als er versuchte, die Herrschaft zu übernehmen und dabei andere Jungtiere zu töten. Die Einschläferungs-Entscheidung hatte die Ethik-Kommission getroffen, die sich aus der Zooleitung, den Tierärzten, dem Amtstierarzt und den Pflegern zusammensetzt.

Auch NZ-Redakteurin Ute Wolf schreibt in Ihrem Blog "Achtung, Wolf. Neues aus dem Tiergarten" über die Anzeige und das Vorgehen Petas. 

hv

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