Donnerstag, 17.01.2019

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Unterkunft für homosexuelle Flüchtlinge öffnet in Nürnberg

Verein "Fliederlich" reagiert auf Diskriminierung von Schwulen und Lesben - 25.01.2016 17:26 Uhr

Ralph Hoffmann (v.l), Ulrich Breuling und Michael Glas vom Fliederlich e.V. stehen zusammen mit der Landtagsabgeordneten Claudia Stamm in einem Wohnhaus, dass zu einer Unterkunft für schwule und lesbische Asylsuchende umgebaut wird. © dpa


Die Unterkunftskosten trage die Stadt Nürnberg. Nach Angaben der Veranstalter handelt es sich um die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Ausgewählt werden sollen die Flüchtlinge von der Stadt Nürnberg und der Regierung von Mittelfranken, erläuterte "Fliederlich"-Geschäftsführer Michael Glas. In der Unterkunft sollen die Bewohner als Selbstversorger leben. Eine Küche und ein Gemeinschaftsraum ergänzen die Wohngemeinschaft. Ein fester Helferkreis will die Flüchtlinge betreuen.

Die ersten Betten und Schränke stehen schon. Nächste Woche soll alles bezugsfertig sein. Im Herbst müssen die Flüchtlinge wieder ausziehen, dann wollen die Eigentümer die Wohnung umbauen.

Der Verein reagiere damit auf die sich häufende Diskriminierung von homosexuellen Flüchtlingen in Asylunterkünften. "Die Menschen stehen unter Dauerbeschuss", beschreibt der Fliederlich-Vorsitzende Ralph Hoffmann die Situation. "Für viele Flüchtlinge, besonders aus muslimischen Ländern, ist schon die Präsenz einer schwulen oder lesbischen Person in der Unterkunft ein Affront." Der Verein geht davon aus, dass bis zu 600 der rund 8000 in Nürnberg untergebrachten Flüchtlinge homosexuell sind.

 

Dieser Artikel wurde am 25. Januar um 17.25 Uhr aktualisiert. 

dpa/NN E-Mail

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