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Unterschlupf für Flüchtlinge in Privatwohnungen

Flüchtling im Gästezimmer - "Ein letztes Mittel vor Krieg und Verfolgung" - 02.03.2018 05:57 Uhr

Immer wieder sorgen Abschiebungen auch in Nürnberg und Franken für Wirbel. ©  Patrick Pleul/Archiv (dpa)


Pädagogen, Gewerkschafter, Menschen in Rente und "mutige Pfarrer und Geistliche" beteiligten sich, berichtet Hagen Kopp aus Hanau in der Villa Leon. Das Bürgerasyl sei "ein letztes Mittel" um zu verhindern, dass abgelehnte Asylbewerber in Krieg und Verfolgung zurückgeschickt würden.

Die Hanauer Initiative gilt als Mitbegründerin einer Bewegung, der mittlerweile Menschen in fast zehn Städten angehören. Auch der kleine Saal des Stadtteilzentrums ist an diesem Abend gut gefüllt. Für Flüchtlinge tage- oder wochenlang in der eigenen Wohnung Platz zu schaffen, das beinhaltet der Aufruf zum zivilen Ungehorsam, der jetzt in Nürnberg auf fruchtbaren Boden fallen soll.

"Charter der Schande"

Seit 2016 seien zehn Charterflugzeuge mit 188 Geflüchteten in Richtung Afghanistan gestartet, so Kopp. Diese "Charter der Schande", wie er sie nennt, brächten Menschen in ein Land zurück, in dem brutaler Krieg tobe. "Bekomme ich Probleme, wenn ich Flüchtlinge verstecke?" Die Publikumsfrage nach den strafrechtlichen Konsequenzen haben Anwälte laut Initiative Bürgerasyl vorab schon abschlägig beantwortet. Es könne zwar ermittelt oder Anzeige erstattet werden. Doch in Hanau habe es noch keinerlei Sanktionen gegeben.

Am Ende tragen sich die Anwesenden in Listen ein und tun damit kund, ob sie die Aktion unterstützten oder selbst ihre Tür öffnen wollen. Der nächste Info-Abend findet am 22. März um 19 Uhr wieder in der Villa Leon statt. 

Claudine Stauber Lokalredakteurin Nürnberg E-Mail

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