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Vor 50 Jahren wurde Nürnberg zur U-Bahn-Stadt

Die Untergrundbahn prägt bis heute das Leben der Bewohner - 20.03.2017 07:56 Uhr

Ein denkwürdiger Augenblick für Nürnberg: Der erste Rammstoß für den Bau der U-Bahn wird vor den Augen der Polit-Prominenz getan. In der Mitte ist der damalige Nürnberger Oberbürgermeister Andreas Urschlechter zu sehen. © Friedl Ulrich


Berlin, Hamburg, München - und Nürnberg. Auf den ersten Blick mag es verwundern, warum in der Liste der deutschen Städte, die sich ein U-Bahnnetz leisten, neben den drei Millionenstädten auch Nürnberg zu finden ist, das gerade einmal eine gute halbe Million Einwohner zählt. Daniel Ulrich überrascht das nicht. "Nürnberg zählt zu den vier am dichtesten bebauten Städten in Deutschland", sagt der Planungs- und Baureferent. Durch ihre Kompaktheit sei die Stadt geradezu prädestiniert für die U-Bahn.

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Vor 51 Jahren entschied sich der Nürnberger Stadtrat zum Bau einer U-Bahn. 1967 haben die Arbeiten begonnen, der erste "Pegnitzpfeil" fuhr 1972 durch die Röhre. Nürnberg war damit die vierte Stadt in Deutschland - nach Berlin, Hamburg und München - mit einer Bahn unter der Erde. Unsere Bilderstrecke mit historischen Fotos nimmt Sie mit in den Untergrund.


Als Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs ist sie für Ulrich ohne Alternative. Der Leistungsfähigkeit des U-Bahnnetzes sei es zu verdanken, dass sich Tag für Tag so viele Menschen in der Stadt bewegen können.

"In den vergangenen 20 Jahren ist es Nürnberg gelungen, die Zahl der Autofahrer stabil zu halten", rechnet Ulrich vor. Für ihn ein klares Signal, dass das Nürnberger Modell, mit Bus, U- und Straßenbahn gleich drei Verkehrsträger anzubieten, bei den Bürgern ankommt.

Immer wieder aber hört und liest der Planungs- und Baureferent den auch von Nürnbergern geäußerten Vorwurf, eine U-Bahn für nur rund 500.000 Menschen könne nicht rentabel sein. "Dabei fällt völlig unter den Tisch, dass sich das Netz über Nürnberg und Fürth erstreckt", betont Ulrich. Es komme also 650.000 Menschen zugute.

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Die 46 Nürnberger U-Bahnhöfe sind nicht unbedingt Aufenthaltsorte, an denen man gern lange bleibt. Sie sind dazu da, um die Reisenden möglichst schnell zu ihren Zielorten zu bringen. Für den der sich jedoch Zeit nimmt, halten sie überraschende Perspektiven und Einblicke bereit. Hier finden Sie die schönsten Bilder.


"Wenn man bedenkt, dass für die Sanierung von drei Brücken am Hafen 150 Millionen Euro fällig werden, relativieren sich die Kosten für die U-Bahn", ergänzt Ulrich. Anders als beim Bau einer U-Bahnstrecke, die etwa zehnmal so viel kostet wie der einer Straßenbahnlinie, sei eine U-Bahn - auch in Bezug auf Kapazität und Takt - auf den einzelnen Fahrgast gerechnet nicht teurer als andere Verkehrsmittel.

Entscheidung umstritten

Dass in Nürnberg U-Bahnen fahren, ist übrigens nicht so selbstverständlich, wie es den meisten VAG-Kunden heute erscheinen dürfte. Die Entscheidung zugunsten einer U-Bahn war vor einem halben Jahrhundert höchst umstritten. Noch 1963 stimmten die Nürnberger Lokalpolitiker geschlossen für den Bau einer unterirdischen Straßenbahn, die sogenannte U-Strab.

Zwei Jahre später vollzogen die Stadträte auch aus finanziellen Gründen eine Kehrtwende und stimmten im November 1965 mit nur einer Gegenstimme für die U-Bahn, deren Bau am 20. März 1967 begann. Nach fünf Jahren Bauzeit war es so weit: Am 1. März 1972 durften Fahrgäste die erste U-Bahnlinie benutzen, die U1 auf 3,7 Kilometern von Langwasser-Süd bis zur Bauernfeindstraße.

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Kalenderblatt: Nürnberg im März 1967

Klicken Sie sich durch unsere historischen Bilder aus dem März 1967 und lesen Sie, was Nürnberg damals bewegte!


  

Johannes Handl

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