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"Wahnsinn": Stadion-Zukunft treibt Nürnbergs Parteien um

Wie geht es mit dem Achteck weiter? Investitionen in Millionenhöhe drohen - 20.10.2017 09:30 Uhr

Wie geht es weiter mit dem Max-Morlock-Stadion? Nur eines ist bislang klar: Es schürt Emotionen - auch bei den Parteien. © Horst Linke


Seitdem bekannt ist, dass Nürnberg mit seiner Bewerbung für die Fußball-EM 2024 gescheitert ist, die alte Arena also nicht nach den Vorstellungen des DFB für das Fußballspektakel umgebaut werden muss, ist wieder alles offen. Nur eines ist klar: Die Stadt wird früher oder später tief in die Kasse greifen müssen. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) hat auflisten lassen, was an Reparaturen in den nächsten Jahren auf die Stadt zukommen könnte. Im schlimmsten Fall Kosten in Höhe von 36 Millionen Euro - verteilt auf 20 Jahre.

Das ist die Grundlage, auf der die Stadträte entscheiden müssen, wohin die Reise geht. Der 1. FC Nürnberg und das Bau-Unternehmen Max Bögl sind seit längerem durchaus am Stadion interessiert, ohne der Stadt allerdings ein konkretes Angebot gemacht zu haben. "Der Ausgang ist völlig offen", sagte Vogel. Die Christsozialen haben allerdings eine klare Präferenz. Wenn es nach der CSU ginge, dann würde die Stadt, die das Stadion derzeit selbst betreibt, lieber heute als morgen einen privaten Betreiber ins Boot holen.

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Als das Nürnberger Stadion einmal Victory-Stadium hieß

Das "Max-Morlock-Stadion", der oft geäußerte Wunsch vieler Club-Fans, ist Realität geworden. Die Arena des Altmeisters ist nun nach der Vereinsikone, die Deutschland 1954 in Bern zum Weltmeister machte und für den FCN über 22 Jahre lang Treffer an Treffer reihte, benannt. Doch wie hieß die Spielstätte der Rot-Schwarzen eigentlich früher? Auf jeden Fall vielversprechend: Ausgerechnet Victory-Stadium tauften sie die Amis nach dem Zweiten Weltkrieg.


Es sei nun einmal nicht die Kernkompetenz der Stadt, eine Sport- und Veranstaltungsarena zu betreiben. "Dafür gibt es Fachleute", findet Max Müller, sportpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion und außerdem, was an dieser Stelle nicht ganz unwichtig ist, Aufsichtsratsmitglied des 1.FCN. Die Stadt sei kein Wirtschaftsunternehmen, sie müsse keinen Gewinn machen. Ein Privater hätte das eher drauf, so Müller.

Dass manche aus den Reihen des Club mit Stadion-Neubaufantasien schwanger gehen oder zumindest gegangen sind, hält Achim Mletzko, Grünen-Fraktionschef, wiederum für nicht nachvollziehbar. "Ich finde das verstörend", sagte er, weil die fußballerische Qualität solche Träumereien "nicht herausfordert". Bekanntermaßen steht es auch finanziell mit dem Verein nicht zum Besten. Dass der grüne Stadtrat gegen den Club keilte, hielt Kilian Sendner, CSU-Fraktionsvize, dann wiederum für nicht angemessen. Wie der Kollege Mletzko den Club behandele, sei nicht so toll, sagte er.

Einig waren sich der Grüne und der Konservative dann aber in ihrer Antwort auf das Bekenntnis des sportpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Nasser Ahmed, dass die SPD die 36 Millionen Euro gerne ausgeben würde, um die Fußballtradition in Nürnberg zu erhalten. "Ich halte es für galoppierenden Wahnsinn, so schnell über 36 Millionen zu reden und zu sagen, wir stehen als Fraktion dazu. Ich bin fassungslos", empörte sich Mletzko und appellierte an die SPD, "Maß und Verstand walten zu lassen."  

NN

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