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Wöhrder See: Sanierungsfall wird zur "Wasserwelt"

Nürnberger Erholungsareal nimmt Gestalt an - 02.10.2014 05:58 Uhr

Es tut sich was an der Wasserwelt Wöhrder See: Noch wird am Südufer gebuddelt und gearbeitet, in einigen Wochen wird beim Norikus ein naturnaher Bach geflutet. © Stefan Hippel


Bald werden die Bauzäune am Südufer beim Norikus verschwinden — der nächste Baustein des Mammutprojekts ist abgehakt. Ein kleiner, naturnaher Bachlauf wurde hier geschaffen, die Gesamtkosten betragen rund eine Million Euro. „Das läuft im Zeitplan. Als Bauherr ist man da zufrieden“, freut sich Klaus Winkelmair, der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg. „Es gibt noch kleinere Restarbeiten zu erledigen, in spätestens vier Wochen sind wir fertig. Anfang November soll der Bach geflutet werden.“ Sitzgelegenheiten sollen die Menschen an den Bach locken, der etwa 30 bis 40 Zentimeter tief sein wird.

Mächtig viel Geld buttern Wasserwirtschaftsamt, also der Freistaat, und die Stadt in die neue Wasserwelt Wöhrder See: Der Freistaat gibt etwa 14 Millionen Euro für die Umgestaltung des Areals. Der städtische Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) kümmert sich um die Ufergestaltung, man geht von Gesamtkosten in Höhe von insgesamt 5,2 Millionen Euro aus. In der mittelfristigen Investitionsplanung für 2015 bis 2018 hat die Stadt dafür 3,5 Millionen Euro eingeplant.

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Das Wasserwirtschaftsamt ist bei einer Zwischenbilanz sehr zufrieden. Man habe schon was erreicht, meint Klaus Winkelmair und erwähnt den Sandstrand oder den Fußgängersteg beim Sebastianspital. Damit soll das Erholungsareal attraktiver werden. Als Nächstes will die Behörde eine Bucht am Norikus einrichten — eine naturnahe Landschaft soll zum Verweilen am Wasser einladen. Gesamtkosten: zwei Millionen Euro.

Eine wichtige Aufgabe ist zudem, die riesigen Mengen an Schlamm aus dem Wasser zu kriegen. Vor allem bei Hochwasser kommen über die Pegnitz Sand und Schlamm in den See und lagern sich dort wegen der geringen Fließgeschwindigkeit auf dem Seeboden ab. Mit der Schaffung von Inseln soll die Fließgeschwindigkeit erhöht und die Schlammablagerung reduziert werden. Ein teures Unterfangen, wie Klaus Winkelmair erklärt. „Der Hauptbrocken ist das Thema Entlandung: Von den 14 Millionen Euro sind sechs Millionen Euro dafür eingeplant.“ Man habe bereits viel Schlamm weggeschafft. „Jetzt folgt der zweite Teil: Nächste Woche geht’s los, wir wollen bis Dezember 20.000 Kubikmeter Sediment entfernen.“

Lebensader in der Landschaft

Mit der Wasserwelt Wöhrder See haben Stadt und Freistaat nicht nur das Thema Freizeit, sondern auch die Natur im Blick: So ist am Oberen Wöhrder See ein sogenannter Fischweg geplant. Ein festes Wehr trennt bei der Flußstraße den Oberen Wöhrder See vom Unteren Wöhrder See — eine nicht zu überwindende Barriere für Fische und Kleinstlebewesen. Winkelmair: „Wir wissen von Biologen, dass Flussläufe Lebensadern in der Landschaft sind. Es ist wichtig, dass die Tiere hier durchkommen.“

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CSU-Finanzminister Markus Söder hat schon vor Jahren die Umgestaltung des Wöhrder Sees zur Chefsache erklärt. Er sagt: „Wird das teurer als die 14 Millionen Euro, wird das auch finanziert werden.“ Und auch über den durch Enten und Gänse verdreckten Sandstrand müsse man sich nun nicht mehr ärgern — Söder hatte nach einem Bericht in den NN die Stadt attackiert. „Mein Weckruf hat gewirkt“, meint Söder, der erst am Wochenende mit seinem Sohn am Wöhrder See eine Radtour gemacht hat.

Eine Stippvisite am Mittwochvormittag zeigt: Der Sandstrand ist sauber, die zwei Toilettenhäuschen ebenfalls. Das Thema treibt die Nürnberger um, weiß Klaus Winkelmair vom Wasserwirtschaftsamt. Regelmäßig verzeichnen seine Mitarbeiter an der Info-Station der Behörde beim Norikus hier Nachfragen — die Stadt habe man darüber bereits verständigt. Winkelmair: „Toiletten auf der Nord- und Südseite sind sicher notwendig.“

Mehr Infos unter www.wasserweltwoehrdersee.de. Die Info-Station ist offen bis Oktober, dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr und donnerstags 14 bis 16 Uhr. 

SABINE EBINGER (Nürnberger Nachrichten)

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