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Öffentlicher Dienst: Erste Warnstreiks auch in Franken

Unter anderem legten N-Energie-Mitarbeiter in Nürnberg die Arbeit nieder - 20.03.2018 17:13 Uhr

Bereits am Freitag veranstaltete die Gewerkschaft Verdi eine erste Warnstreik-Aktion für alle Erlanger, die im öffentlichen Dienst bessere Konditionen fordern. © Anja Hinterberger


Verdi hatte "flächendeckende Arbeitsniederlegungen" in dieser Woche angekündigt, wobei an jedem Tag andere Kommunen betroffen sein sollen. Am Mittwoch geht es für die N-Ergie in Nürnberg allerdings bereits in die zweite Streikrunde. Damit legen die Mitarbeiter zwei Tage in Folge die Arbeit nieder.

Ansonsten liegt am Mittwoch der Schwerpunkt in Unterfranken: Neben den Stadtverwaltungen sollen auch Kommunalunternehmen und Bundesbehörden betroffen sein. Insbesondere die Stadt Würzburg liegt im Fokus der Streikrunde. Dort sind die Mitarbeiter vom Gartenamt über das Theater bis zur Sparkasse aufgerufen, sich zu beteiligen. Auch in Bamberg, Rosenheim und weiteren Orten sind Aktionen geplant.

Weitere Streiks sind am Donnerstag angesetzt - und zwar in Bayreuth. Die Warnstreiks der Pflegeauszubildenden beginnen mit einer zentralen Kundgebung auf dem La-Spezia-Platz um 11.30 Uhr. Eine Demo zieht dann bis circa 14.30 Uhr zum Neuen Rathaus.

Grund für den Streik ist wie vielerorts im gesamten Freistaat der Aufruf der Gewerkschaft Verdi. Bei den Tarifauseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst werden am besagten Donnerstag, 22. März, die Beschäftigten der Stadt Bayreuth, der Stadtwerke und des Klinikums Bayreuth zu Warnstreiks und Aktionen aufgerufen. 

Verdi fordert für die bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. In Rahmen von Tarifverhandlungen bei der Telekom gab es bei dem Unternehmen in München am Dienstag ebenfalls einen Warnstreik.

Seit Tagen Streiks in der Region

Laut Verdi werden die Warnstreiks pro bestreikter Einrichtung einen Tag andauern. In der Region machte diese Woche die Stadt Pegnitz den Anfang. Gut zwei Dutzend Beschäftigte der Stadt pilgerten am Montag  zu einer Kundgebung ins oberfränkische Marktredwitz, allen voran die Männer vom Bauhof: "Dort sind so gut wie alle gewerkschaftlich organisiert", so die Personalratsvorsitzende Tatjana Pfeffer. 

Auch bei der N-Ergie in Nürnberg wurde bereits die Arbeit niedergelegt. Am Dienstag trafen sich die Streikenden ab 7.30 Uhr zu einer Kundgebung am Eingang des Betriebsgeländes in der Sandreuthstraße 28. Betroffen waren der Standort Sandreuth und die Beschäftigten des Bereichs Fernwärme.

"Da die Arbeitgeber nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden an ihrer betonartigen Null-Angebot-Taktik festhalten und unsere Mindestbetragsforderung konsequent ablehnen, müssen wir nun den betrieblichen Druck erhöhen", erklärte Jürgen Göppner, mittelfränkischer Bezirksgeschäftsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) im Vorfeld. Laut N-Ergie gab es keine Versorgungsausfälle - das Unternehmen hat sich mit Notfallplänen auch für ganztägige Streiks gerüstet. 

Was die Gewerkschaftler nicht nur in Pegnitz und Nürnberg ärgert: Die Arbeitgeberseite hat in den bisherigen zwei Verhandlungsrunden kein eigenes Angebot präsentiert. Wenn sich diese Haltung nicht ändert, seien weitere Streikmaßnahmen durchaus wahrscheinlich, sagt Gerhard Sporer.

Vergangene Woche hatten bereits Beschäftigte in Ansbach und Erlangen gestreikt.

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Streik im öffentlichen Dienst: Erlanger gehen auf die Straße

Knapp 300 Beschäftigte im öffentlichen Dienst schlossen sich am Freitag der Verdi-Kundgebung auf dem Erlanger Marktplatz an. Unter den Streikenden befanden sich unter anderem Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, von Jugendclubs und Abenteuerspielplätzen, von der GGFA und Kinderhorten, von Lernstuben oder auch von etlichen Kindergärten. Alle fordern eine bessere Bezahlung.


 

jru, mch, dpa E-Mail

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