28°

Samstag, 18.08.2018

|

Orkanwinde: "Burglind" sorgt in Franken für Zerstörung

Starkregen und Böen entwurzelten zahlreiche Bäume und überfluteten Straßen - 03.01.2018 16:28 Uhr

Diese Scheune im Landkreis Bamberg hat der Sturm komplett zerstört. © NEWS5 / Merzbach


Der Spuk war kurz, aber heftig: Vor allem am Vormittag entwurzelten die Windböen des Sturmtiefs in der ganzen Region Bäume und deckten Dächer ab. Auch zahlreiche Stromausfälle gehen auf das Konto von "Burglind". Rund 10.500 Haushalte in Oberbayern, Niederbayern und Unterfranken waren am Vormittag ohne Strom, sagte ein Sprecher der Bayernwerk AG . Gegen Mittag waren noch rund 3000 Haushalte und Betriebe betroffen.

Auch in der Region kappte das Unwetter Leitungen: Im Landkreis Roth schnitt ein umgefallener Baum 23 Orte von der Stromversorgung ab. Im Ort Wannbach im Landkreis Forchheim rückten Techniker des Energieversorgers EON aus, um Schäden am Netz zu beheben.

Altmühl tritt über die Ufer

Heftige Regenfälle überschwemmten außerdem vielerorts Straßen und Keller. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hob das Unwetter den Pegel der Altmühl soweit an, dass einige Straßen gesperrt werden mussten. Für die kommenden Tage besteht in ganz weiterhin Hochwassergefahr.

In mehreren Orten des Trubachtals deckte der Sturm Scheunendächer ab und entwurzelte zahlreiche Bäume. Auch im Landkreis Bamberg fielen den heftigen Windböen mehrere Bäume und Dächer zum Opfer, zum Beispiel in und um Pommersfelden. Augenzeugen im Dorf Wind berichten sogar von einer Windhose, die durch die Ortschaft gefegt sei und unter anderem eine ganze Scheune zum Einsturz brachte. In Mühlhausen im Landkreis Erlangen-Höchstadt traf es einen Supermarkt: Hier riss der Wind das Wellblachdach herunter.

Bilderstrecke zum Thema

Burglind bringt Wetter-Chaos: Orkanartige Böen in der Region

Umgestürzte Bäume, Verkehrschaos und Gewitter: Am Mittwoch brachte das Sturmtief Burglind Unwetter. Der Zugverkehr ist stellenweise eingestellt worden, vielerorts mussten Bäume von den Straßen geräumt werden. Die Böen fegten dabei mit Geschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern über die Region.


In anderen Teilen Oberfrankens sei man weitestgehend friedlich davongekommen, sagte ein Polizeisprecher. Etwa 19 Einsätze verzeichnete die Polizei, vor allem wegen überfluteter Straßen, vollgelaufener Keller oder umgestürzter Bäume.

Häufiger waren die Einsatzkräfte in Mittelfranken gefordert: Die Polizei zählte knapp über 50 Einsätze, berichtet Pressesprecher Bert Rauenbusch. Bei den meisten musste die Feuerwehr ausrücken, um Baumstämme zu beseitigen oder verbogene Verkehrszeichen zu richten. Verletzt wurde niemand.

Baum trifft fahrendes Auto

Besonders heftig traf es eine Autofahrerin im Nürnberger Land: Sie war auf der B8 bei Pfeifferhütte unterwegs, als eine Windböe einen ganzen Baum auf ihr Auto warf. Die Frau blieb dabei unverletzt, die Feuerwehr rettete sie aus ihrem demolierten Wagen.

Insgesamt war die Polizei in der Oberpfalz 26 Mal gefordert, auch hier drehten sich die meisten Einsätze um heruntergerissene Äste und entwurzelte Bäume. 

Betroffen waren vor allem die Landkreise Amberg-Sulzbach, Neumarkt und Cham. Im Landkreis Tirschenreuth brachte das Sturmtief so viel Regen, dass mehrere Straßen und Keller überflutet wurden.

Blockierte Gleise sorgen für Verzögerungen

Auch Bahnreisende traf das Unwetter. Durch umgefallene Bäume waren manche Strecken zeitweise gesperrt, zwischen Nürnberg und Schwabach fuhren die Züger langsamer, es kam auf mehreren Strecken zu Verspätungen. Alle aktuellen Informationen zum Bahnverkehr gibt es in unserem Streckenticker. Bis zum Nachmittag warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Franken weiterhin vor Orkanböen. 

jru, ama

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Nürnberg, Pommersfelden, Mühlhausen