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"Action Directe" feiert ihren 25. Geburtstag

Meilensteine der Kletterentwicklung in der Fränkischen Schweiz - 28.04.2016 10:35 Uhr

Die Kletterlegende Wolfgang Güllich spielte auch im Film "Cliffhanger" mit. © cro


Mit über 10 000 Routen genießt die Fränkische Schweiz als Kletterregion Kultstatus, geadelt nicht allein durch den internationalen Besuch. Fürs Image fast noch wertvoller sind Gäste aus Süddeutschland, die das fränkische Dorado den Alpen vorziehen.

Während die Anfänge der Bergsteigerei in der Fränkischen Schweiz auf das 17. Jahrhundert mit Beschreibungen unter anderem über den Adlerstein bei Muggendorf datiert werden, musste sich das Klettern als reine sportliche Betätigung noch gedulden. In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg halfen Haken und bald Karabiner als zusätzliche Sicherungsausrüstung zum Seil, statt der freistehenden Felsentürme auch die Massive in Angriff zu nehmen.

In den 1930ern trauten sich ambitionierte Abenteurer an die schwierigeren Wände wie zum Beispiel den Zehnerstein bei Obertrubach. Bis Ende der 60er Jahre schien sich die Auswahl erschöpft zu haben, ehe sich Kurt Albert aufschwang, den Klettersport im Frankenjura zu revolutionieren. Der Gasseldorfer schuf einen ersten aussagekräftigen Leistungsvergleich, in dem er jene Routen kennzeichnete, die er ohne Ausruhen im Seil, Sturz oder Hochziehen am Haken bewältigt hatte. Der Begriff Rotpunkt-Klettern beschreibt eine Stilart des Freikletterns und ist untrennbar mit der 2010 nach einem Sturz im Hirschbachtal verstorbenen Ikone verbunden. Die geltenden Kriterien der Schwierigkeit mussten in der Ära Albert von der Maximalstufe sechs mehrmals erweitert werden.

Erstmals in den zweistelligen Bereich mit dem Grad 10 stieß an der Luisenwand nahe Heiligenstadt aber der Pfälzer Wolfgang Güllich vor. Berühmt wird Güllich, der 1991 am Waldkopf als weltweit erster Kletterer die Stufe 11 erklimmt und seiner Route den Namen „Action Directe“ gibt, als Stuntdouble im Hollywood-Film „Cliffhanger“ mit Sylvester Stallone. 1992 stirbt Güllich bei einem Autounfall, 2016 feiert die Szene sein größtes Vermächtnis noch einmal gebührend. Der 25. Geburtstag der „Action Directe“ ist ein Programmpunkt beim 2. Kletterfestival Frankenjura (26. bis 29. Mai) im Naturgartenbad Königstein. 

gu

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