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Donnerstag, 21.06.2018

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Ahorntaler Bürger stimmen für Rathaus-Neubau

83 Stimmen Unterschied: Kopf-an-Kopf-Rennen — Wahlbeteiligung der Bürger lag bei 58 Prozent - 10.06.2018 21:02 Uhr

Um 19.14 Uhr am Sonntagabend gab Bürgermeister Gerd Hofmann das Ergebnis des Bürgerentscheid im Rathaus in Kirchahorn bekannt. Mit im Bild Verwaltungsleiter Thomas Förster, Gemeinderat Winfried Haas und dritter Bürgermeister Stefan Neubig. © Dieter Jenß


461 Bürger sprachen sich für das Ratsbegehren des Gemeinderates aus, das mit der Frage verknüpft war "Ich bin für den Neubau des Rathauses der Gemeinde Ahorntal gegenüber dem Feuerwehrhaus". 378 Bürger votierten in den Wahllokalen Kirchahorn, Oberailsfeld, Volsbach und per Briefwahl für das von Klaus Wickles initiierte Bürgerbegehren "Ich bin für den Verbleib des Rathauses der Gemeinde Ahorntal auf dem bisherigen Standort in Kirchahorn".

Mit 83 Stimmen Unterschied war es das in den vergangenen Tagen erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen, letztlich aber eine tragbare Entscheidung zugunsten des Neubaus. Die Wahlbeteiligung lag bei 58 Prozent. Von den stimmberechtigten 1607 Ahorntalern gingen 936 zur Wahl.

Auffällig waren die 97 ungültigen Stimmen. Dies dürfte der zusätzlichen Stichfrage auf dem Stimmzettel geschuldet sein, die bei manchem Wähler wohl für Unsicherheit sorgte. Im Vorfeld hatte ein Arbeitskreis überlegt, eine Stichfrage zu setzen für den Fall, dass auf manchen Stimmzetteln die Kreuze für die Auszähler missverständlich gesetzt sein sollten. Diese sollte mit einem Kreuz eine Aussage entweder für den Erhalt des Rathausstandortes oder für den Neubau treffen.

Das endgültige Wahlergebnis muss am Dienstagnachmittag in einer Sitzung des Abstimmungsausschusses festgestellt werden. Dann werden auch die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen bekannt gegeben. In einer ersten Reaktion äußerte sich Bürgermeister Gerd Hofmann positiv über die Wahlbeteiligung von 58 Prozent. Damit werde die Entscheidung von vielen Bürgern getragen. Er zeigte sich seit der Info-Veranstaltung am vergangenen Donnerstag überzeugt, dass es, wenn auch knapp, für eine Mehrheit des Ratsbegehrens reichen würde. Damit ist der Beschluss des Gemeinderates zum Neubau bestätigt worden. In dieser Woche werde er, so der Bürgermeister, den Architekten den Auftrag zur weiteren Verfolgung der Pläne erteilen.

Abschließend meinte Hofmann, der Bürgerentscheid sei ein Paradebeispiel für Basis-Demokratie gewesen. Klaus Wickles, Initiator des Bürgerbegehrens, stellte klar: "Für mich war wichtig, dass die Leute direkt entscheiden konnten." Ob Sanierung oder Neubau, darüber sollte der Bürger entscheiden. Es solle eine Entscheidung für die Gemeinde sein, so Wickles. Deshalb habe er die Sache nicht verbissen gesehen. "Selbstverständlich wäre es mir lieber, wenn das alte Rathaus saniert worden wäre. Aber die Gemeinschaft entscheidet", sagte Wickles.

Sylvia Rudrof, Beamtin aus Volsbach, kam zur Abstimmung. Sie meinte, sie "tut sich schwer bei ihrer Entscheidung". Grund sei vor allem, dass keine Zahlen bei den Kosten der Sanierung des alten Rathauses genannt werden. Das müsse doch in der heutigen Zeit durch ein Gutachten möglich sein. Auch die Frage der Einbindung eines Nachbargrundstückes bei einer Sanierung des alten Rathauses sei noch nicht geklärt.

Lorenz Polster, Bankkaufmann aus Freiahorn, sprach von Informationsdefiziten in Bezug auf die tatsächlichen Kosten bei einer Sanierung des alten Rathauses. Konfrontiert mit dem Abstimmungsergebnis, meinte Rud- rof: "Es hat eine Entscheidung gegeben und das ist gut". Lorenz Polster betonte, dass man an der Wahlbeteiligung sehe, dass großes Interesse bestand. Jetzt habe der Gemeinderat eine "saubere Basis". 

DIETER JENSS

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