Montag, 25.03.2019

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Ahorntaler machen sich für Nigeria stark

Förderverein unterstützt ein Kinder-Hilfsprojekt des Pfarrers Matthew Anyanwu in dessen Heimatort Umuariam - 27.10.2018 13:56 Uhr

Der gewählte Vorstand des neuen Fördervereins „Humanitäre Hilfe für Nigeria“: Manfred und Elisabeth Wohlfahrt, Vorsitzende Margot Löhr, Reinhold Schoberth, Hilde Schwacher, Hilde Richter, Margit Thiem, Pfarrer Matthew Anyanwu, Manfred Richter und Ludwig Kohlmann (v. li.). © Dieter Jenß


Hauptanliegen ist es, den seit fünf Jahren für die Pfarrei Volsbach und Oberailsfeld zuständigen katholischen Pfarrer Matthew Anyanwu, der aus Nigeria stammt bei dem Projekt in seinem Heimatort Umuariam zu unterstützen: Dort hat der Geistliche vor fünf Jahren begonnen, einen Kindergarten aufzubauen, in dem heute 120 Buben und Mädchen betreut werden. Aus deren Reihen konnte dieses Jahr erstmals eine Schulklasse mit 25 Kindern ins Leben gerufen werden.

Allerdings geht der Aufbau nur mühsam voran. Matthew Anyanwu hat dafür sogar ein privates Darlehen aufgenommen, das er abbezahlt. Gegenüber seinen Gemeinden im Ahorntal war der Geistliche mit Informationen über sein Projekt bewusst zurückhaltend. "Er wolle "nicht betteln gehen", so seine Worte.

Hilfe per Weihnachtsbasar

Unterstützung gab es durch den Weihnachtsbasar der Pfarrei Volsbach, dessen Erlös von rund 2000 Euro im Jahr nach Nigeria floss. In der Folge entstand die Idee, den Förderverein "Humanitäre Hilfe für Nigeria" ins Leben zu rufen. Dessen größte Aktion bisher war eine Hilfslieferung mit einem vollbeladenen Lastwagen, der von Hamburg nach Lagos verschifft wurde und unter schwierigsten Bedingungen unversehrt am Standort des Kindergartens und der Schule ankam.

Der Förderverein konstituierte sich Ende Mai in Vordergereuth und wurde von acht Personen aus der Taufe gehoben. Als erste Vorsitzende wurde Margot Löhr (Reizendorf), als ihre Stellvertreterin Hilde Schwacher (Vordergereuth) gewählt. Kassiererin wurde Elisabeth Wohlfahrt (Vordergereuth) und Schriftführerin Hilde Richter. Beisitzer sind Manfred Richter (beide Körzendorf), Margit Thiem (Lindenhardt) und Manfred Wohlfahrt und Kassenprüfer Reinhold Schoberth (beide Vordergereuth) und Ludwig Kohlmann (Eichig).

Dabei ging es nicht darum, die lange Liste von Vereinen zu erweitern. Vielmehr stand die Überlegung im Raum, den vielen bisherigen und erhofften Spendern für ihre Hilfsbereitschaft Spendenbescheinigungen zukommen zu lassen. Inzwischen zählt der Förderverein 50 Mitglieder, unter ihnen die Politiker Silke Launert, Hartmut Koschyk und Michael Hohl. "Unseren eigenen Lebensstil zu ändern oder zu überdenken, um Menschen zu helfen, die nicht wie wir auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ist ein großes Anliegen an uns alle", sagt Vorsitzende Margot Löhr und fügt hinzu: "Durch den Verein möchten wir die Armut in Nigeria etwas lindern helfen, damit die Menschen ein selbstbestimmtes Leben gestalten können."

"Armut lindern und Bildung fördern muss bei den Kindern und jungen Menschen anfangen, damit die nachwachsende Generation die Möglichkeit hat, Bildung zu erfahren", ergänzt Margit Thiem. Schließlich habe Gott die Güter der Erde für alle erschaffen und es könne nicht sein, dass nur die Reichen aus dem Vollen schöpfen und Leid und die Not der Mitmenschen übersehen werden.

Essen nur einmal täglich

In Nigeria, so Matthew Anyanwu, herrsche große Hungersnot. Die Menschen haben fast kein Einkommen. In Anyanwus Einrichtung bekommen die Kinder dank der Unterstützung aus dem Ahorntal einmal am Tag ein Essen. "Wichtig ist für uns die Aussage, dass jede Spende vor Ort ankommt, wir alle arbeiten ehrenamtlich dafür", meint Margot Löhr.

Anyanwu vergewissert sich zwei Mal im Jahr persönlich über den Verlauf seines Projektes, von dem er sich erhofft, dass es vergrößert wird und künftig eine Art Berufsschule angegliedert wird. Er verhehlte nicht, dass für seine Einrichtung Geld an den Staat zu zahlen ist. Beim nächsten Besuch werden drei Vorstandsmitglieder mit dabei sein. "Wir müssen das Ganze weiter unterstützen", betont Manfred Wohlfahrt. "Wenn unser Pfarrer in ein oder zwei Jahren wieder zurückkehrt, müssen wir am Ball bleiben. Auch die Lehrkräfte und Betreuer müssen finanziell unterstützt werden." Die nächsten Aktionen des Fördervereins, zu dem ein Afrikatag im Frühjahr 2019 gehört, sind in der Planung, erklärt die Vorsitzende. Zudem wird Pfarrer Matthew Anyanwu am 18. November anlässlich seines Geburtstages im Pfarrzentrum Volsbach ab 15 Uhr über sein Projekt auch anhand von Fotos informieren. 

DIETER JENSS

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