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Die „Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ ermöglichte Alidou Asso ein einjähriges Stipendium. Zwei Monate davon verbringt er in Pegnitz beim Wirtschaftsband-Manager Michael Breitenfelder. Der Afrikaner ist hier an der richtigen Stelle, denn dort kann er viel erfahren in Sachen Konzeption, Planung und Leitung von kommunalen Entwicklungsprojekten. Mehr wissen möchte er auch über die Steuerung interkommunaler regionaler Vorhaben, wie etwa die Förderung von Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum, und über die Regionalvermarktung.
Bezahlt wird sein Aufenthalt vom „Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit“. Erste Station für Alidou Asso war Leipzig, wo es zunächst galt, die deutsche Sprache zu erlernen. Er selbst spricht den einheimischen Dialekt Lopka, weiter die Amtssprache Französisch und etwas Englisch.
In seinem Land sind 60 Prozent der Bevölkerung Analphabeten (75 Prozent bei den Frauen). Das Benin steht an 167. Stelle von 187 Ländern, was den Wohlstand — oder die Armut — betrifft.
In Pegnitz soll Alidou Asso seine Deutschkenntnisse weiter verbessern und Verwaltungs-Know-how mitnehmen nach Bassila, das direkt an der Grenze zu Togo liegt, weit entfernt von dem schmalen Küstenstrich des Benin (er ist nur 120 Kilometer breit). Denn er will nach der Rückkehr im Juli wichtige Dienste bei der Entwicklung seiner Stadt leisten.
Leicht wird das für ihn nicht, denn da gilt es auf allen Gebieten, eingefahrene Wege aufzubrechen. Der 28-Jährige ist jedoch optimistisch, dass Verbesserungen möglich sind. Doch ganz oben steht ein Wort: Geduld. Und die hat er.
Der Mann aus Benin, dem früheren Dahomey mit seinen acht Millionen Einwohnern, ist in Horlach untergebracht. An den Wochenenden hat er frei, doch dann wird er gut umsorgt. Denn er hat bereits die ersten Kontakte zum Afrikahaus nach Bayreuth geknüpft, erhielt eine Freikarte fürs CabrioSol und für den Auftritt des afrikanischen Musikers Urbain N’Dakon im Alten Schloss. Kollegen werden ihm auch die Umgebung zeigen.
Mit seiner VGN-Karte kann Alidou Asso auch Nürnberg besuchen. Sein Wunsch, einmal Bamberg zu sehen, kann per VGN genauso erfüllt werden. Ein Besuch im Krügemuseum Creußen wurde ihm auch schon vorgeschlagen.
Heimweh, so gab der Afrikaner zu, hat er schon gehabt, vor allem in einer Zeit, als er von der Erkrankung seines Vaters hörte. Aber diesem geht es wieder besser.
Inzwischen erfuhr Alidou Asso auch davon, dass es in Pegnitz den Verein „Hilfe für die Dritte Welt“ gab, der über das Ehepaar Singer aus Gößweinstein, das damals Entwicklungshilfe in Kouande im Norden des Landes Benin leistete, 17 behinderten Kindern half. Sie litten unter den Folgen von Kinderlähmung. Der Verein trug nicht nur die Kosten für Schule, Schuluniform und Utensilien bis zum Schulabschluss, sondern konnte auch dank einer großen Spende einer Baufirma aus Ebermannstadt einen Holzbackofen ermöglichen.
In der dortigen Klinik kamen Medikamente im Wert von über 100000 Mark an, organisiert vom verstorbenen Bernd Gössner aus Auerbach und vom dortigen Apotheker Horst Rössl. Dieser suchte aus dem riesigen „Gössner-Medikamenten-Pool“ das heraus, was in Benin dringend nötig war. Die örtliche Klinik konnte danach viele Patienten kostenlos behandeln.
„Spitze“ war aber auch die Firma Siemens. Denn der Verein konnte sie davon überzeugen, dass für die Klinik ein Ultraschallgerät notwendig ist. Der zuständige Mann konnte nach einigen Monaten ein zwei Jahre altes Gerät im Neuwert von 95000 Mark auftreiben. Das Gerät wurde von der KSB-Packabteilung so verpackt, dass es als Luftfracht unbeschädigt ankam. Vor allem Frauen profitierten vom Ultraschall, denn die Zahl der Kaiserschnitte — so der damalige Arzt Dr. Singer — halbierte sich.
Als dann der Aufruf kam, eine Nähmaschine für einen Pater zu spenden, bekam der Verein zwar viele Anrufe, doch die richtige Maschine war zunächst nicht dabei. Der Verein ließ trotzdem alle Nähmaschinen vom ASB abholen. Die Bundeswehr half, weil sie in Benin eine „Niederlassung“ hat. Das Verteidigungsministerium genehmigte ohne bürokratischen Aufwand, dass der Verein einen Lkw mit Spenden auffüllen darf.
Hermann Held aus Hainbronn fuhr damals mit einem übergroßen Anhänger nach Bremervörde und lieferte alles ab. Sein Eintritt ins Sperrgebiet am Hafen waren Streitberger Bitter, Schinken aus Bronn und Holzofenbrot. Schon durfte er passieren.
Nur meinte im Nachhinein der Zuständige des Ministeriums, es seien mit der Menge unerwarteterweise zwei Lkw gefüllt worden! Doch man verlangte keine Zusatzkosten und alles kam unversehrt an. Dr. Klaus Singer transportierte dann mit mehreren Fahrten alles nach Koudande.



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