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Als in Pegnitz noch Mode produziert wurde

Vor 40 Jahren bezogen "Hohe-Modelle" Neubau am "Kleinen Johannes" — Mittlerweile haben andere das Gebäude übernommen - 28.10.2017 09:49 Uhr

Vor allem zahlreiche Frauen fanden in dem 1977 errichteten Betriebsgebäude der Textilfirma Hohe-Modelle im Pegnitzer Industriegebiet „Kleiner Johannes“ Arbeit. © Archivfoto: Claus Volz


Auf 3800 Quadratmetern Nutzfläche konnten im Neubau nahezu alle 420 Beschäftigte zentral untergebracht werden, die vorher in zahlreichen Mietobjekten über ganz Pegnitz verteilt gearbeitet hatten. Nur der Zuschnitt blieb am Bahnhofsteig und die kaufmännische Abteilung im firmeneigenen Gebäude an der Fichtenohe. Durch die Produktion auf einer Ebene versprach sich Hohe eine bessere Wettbewerbsfähigkeit. Die Firma war jahrzehntelang insbesondere wegen der Pampolina-Kinderbekleidung im internationalen Handel etabliert und hatte damals rund 550 Kunden in mehr als 40 Ländern der Welt, vor allem in Großbritannien, Irland, Spanien, Österreich, Frankreich, Russland, USA und China.

In die USA verkauft

Als Pampolina 2009 trotz eines Umsatzes von über zwölf Millionen Euro bei nur mehr 75 Mitarbeitern in Schwierigkeiten geriet, verkaufte Gerd Hohe das Unternehmen an den US-Investor Paul E. Palmeri, nachdem die Produktion aus Kostengründen schon weitgehend in Billiglohnländer verlagert worden war. Damit war die Ära der 1958 gegründeten Firma Hohe-Modelle beendet.

Bilderstrecke zum Thema

Schmankerln aus der Schatztruhe des NN-Bildarchivs

Buntes Album mit Bildern von interessanten Ereignissen und Menschen, die es vor 50, 40 oder 25 Jahren in die Nordbayerischen Nachrichten geschafft haben. Dazu etliche bisher unveröffentlichte Fotos.


Der neue Eigentümer wollte die Marke Pampolina auch auf dem US-Markt und in Asien salonfähig machen. Der Standort Pegnitz sollte wachsen. Neue Stores in China und den USA sowie ein Online-Shop sollten die Firma retten.

Doch es kam ganz anders: Nach starken Umsatzeinbrüchen folgte die Zahlungsunfähigkeit der Pampolina Europe, der Nachfolgefirma von Hohe-Modelle. 2011 wurde das Unternehmen vom Insolvenzverwalter an den Kinderbekleidungshersteller Kanz verkauft. Das Insolvenzverfahren befindet sich gegenwärtig in der Endphase. Demnächst findet die Schlussverteilung statt, wobei einer verfügbaren Masse von rund 650 000 Euro rund 4,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten gegenüberstehen.

Das 1977 errichtete Produktionsgebäude war davon ausgenommen. Das einstige Hohe-Verwaltungsgebäude wurde im Jahr 2015 von der Pegnitzer vfm-Gruppe erworben, die unter anderem auch die Arbeits-Agentur als Mieter aufgenommen hat. Die wegen ihrer relativ geringen Tragfähigkeit lange leerstehenden Produktionshallen sind inzwischen auch verkauft. Sie sollen vom Fahrschulunternehmen Zeilmann zu neuem Leben erweckt werden.

ZMehr historische Fotos aus dem NN-Bildarchiv unter

www.nordbayern.de/pegnitz 

RICHARD REINL

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