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Als Pegnitz für wenige Wochen Münzstätte war

Eine der zwei Letzten ihrer Art: Kippermünze entstand Anfang des Dreißigjährigen Krieges — Ausstellung bis Februar - 05.01.2019 10:52 Uhr

Auf der Rückseite der Pegnitzer Kippermünze ist das Münzzeichen „ Ls“ zu erkennen. Damit ist sie dem Münzmeister Hans Lüders zuzuordnen, der in Pegnitz für eine kurze Zeit Münzen prägte. © Klaus Trenz


Pegnitz, so erklärt der Heimathistoriker, sei nur in der Anfangszeit des Dreißigjährigen Krieges Münzstätte gewesen und auch nur für wenige Wochen. Entweder im Februar oder im März 1622 entstand die so genannte Kippermünze. Sie ist auch als "Sechsbätzner" in die Münzgeschichte eingegangen.

Der Bayreuther Markgraf Christian (1603 - 1655) ließ im Jahr 1620 in Bayreuth eine Münzstätte errichten. Es folgten weitere Prägestätten im Fürstentum unter anderem auch in Creußen und nicht zuletzt Pegnitz. Die zwei Schuster Hans Lüders aus Goslar und Jobst Greven aus Osterode am Harz wurden verpflichtet, die Münzstätte einzurichten und erlangten am 6. Februar 1622 ihrer Ernennung.

Nachdem sie aber keine "Schlagschatzzahlung" an die fürstliche Kasse entrichten konnten, wurde ihnen das Recht zur Münzprägung wieder entzogen. Der "Schlagsatz" stellte die Differenz zwischen dem Nennwert einer Münze und dem Materialwert zuzüglich der bei der Herstellung entstandenen Kosten dar. Offenbar hatten, so Bayerlein, "Lüders und Greven schlechte Qualität geliefert und somit kein Geschäft gemacht". Da damals der Schlagschatz häufig von vornherein festgelegt war, soll er laut dem Wirtschaftshistoriker Peter Spufford starke Anreize gegeben haben, die Münzen unterwertig auszuprägen. Die beiden Münzmeister wurden sogar auf der Festung Plassenburg gefangen gehalten, kamen aber wieder auf freien Fuß.

Die Pegnitzer Kippermünze ist durch das Münzzeichen Ls auf ihrer Rückseite, das wohl für den Namen Lüders steht, zu erkennen. Zudem ist das Wappen des Burggrafentums Nürnberg eingeschlagen. Auf der Vorderseite tragen die Münzen den Brandenburgischen Adler und den Wert "24 Kreuzer". Die meisten Münzstätten waren in Mühlen oder Hammerwerken eingerichtet. Dort arbeitete man im Handbetrieb mit dem Prägehammer.

Die in Pegnitz ausgestellte Münze ist eine Leihgabe des Historischen Museums in Frankfurt am Main. Von ihr soll es mit diesem Prägezeichen nur noch zwei ihrer Art geben.  

KLAUS TRENZ

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