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Als Rasputin und Gottschalk im Faschingsstress

Daniel Nowak, 22, tanzt, trainiert und macht Comedy: Die „Stadtgarde Glückauf“ zog mit ihm ein großes Los - 21.01.12

PEGNITZ  - Die Gala-Abende der Faschingsnarren hatten heuer einen Motor, dem sie viel verdankten: Daniel Nowak, 22. Der Maschinenbau-Student muss zwar ab Februar ein halbes Jahr als Praktikant zu Porsche nach Leipzig, warf sich aber vorher voll ins Geschehen: Als Trainer, Komödiant und vor allem als gefeierter Tänzer in den Reihen der Prinzengarde. Deren Russland-Schautanz dürfte in die Geschichte eingehen, so mitreißend war er.

Daniel Nowak als Thomas Gottschalk. Seine Rasputin-Rolle muss er am 11. und 12. Februar bei fränkischen Turnieren top spielen — einen Tag vor einer Uni-Klausur und direkt vor dem Praktikumsbeginn bei Porsche in Leipzig.
Daniel Nowak als Thomas Gottschalk. Seine Rasputin-Rolle muss er am 11. und 12. Februar bei fränkischen Turnieren top spielen — einen Tag vor einer Uni-Klausur und direkt vor dem Praktikumsbeginn bei Porsche in Leipzig.
Foto: Irene Lenk
Daniel Nowak als Thomas Gottschalk. Seine Rasputin-Rolle muss er am 11. und 12. Februar bei fränkischen Turnieren top spielen — einen Tag vor einer Uni-Klausur und direkt vor dem Praktikumsbeginn bei Porsche in Leipzig.
Daniel Nowak als Thomas Gottschalk. Seine Rasputin-Rolle muss er am 11. und 12. Februar bei fränkischen Turnieren top spielen — einen Tag vor einer Uni-Klausur und direkt vor dem Praktikumsbeginn bei Porsche in Leipzig.
Foto: Irene Lenk

Warum haben Sie nicht Tanz, Choreographie oder Regie studiert?

Daniel Nowak: Tanzen ist immer nur mein Hobby. Für die Zukunft muss ich Geld verdienen und kann das im naturwissenschaftlichen Bereich. Für diese Fächer bin ich ja auch begabt.

Wie schaffen Sie alles rein zeitlich?

Nowak: Ich hab’ früher als Schüler gedacht, einen Terminkalender brauch’ ich erst, wenn ich arbeite. Aber jetzt hab’ ich erkannt: Ich muss ihn nutzen. Und ich mache nur Dinge, die mir Spaß machen. Da hab’ ich dann auch Ehrgeiz drin. Beim Studium bin ich ein fleißiger Vorlesungs-Geher, pass’ da gut auf und brauch’ nicht viel nachzuarbeiten.

Aber Sie geben ja auch Nachhilfe — und hatten daneben das Faschingspensum?



Nowak: Das stimmt schon. Ich bin Trainer für die Juniorengarde mit Garde- und Schautanz, Trainer fürs Damenballett, hatte vier Rollen in einem Sketch und machte den Schautanz der Prinzengarde mit.

Die Solorolle dort als Rasputin war faszinierend.

Nowak: Viele haben hinterher gescherzt: Diese langen grauen Haare stehen dir, da brauchst du im Alter keine Angst zu haben! Und den Tipp, mir einen Rasputin-Bart stehen zu lassen, gibt’s schon länger. Mit gefällt die Rolle total. Du schwitzt zwar unglaublich in dem Kostüm, aber wer schön sein will, muss leiden.

Sie sind auch ein guter Trainer. Das Damenballett hat einen ganz anderen Drive bekommen?

Nowak: Die Damen haben aber auch selbst einen unglaublichen Ehrgeiz entwickelt. Und das will ich ihnen und auch den Junioren weitergeben: Gleichmäßig tanzen und trotzdem aus sich herauskommen. Ich will schon im Training den besten Einsatz, damit sie das richtige Gefühl für die Premiere haben.

Sie sind seit Ihrem fünften Lebensjahr dabei?

Nowak: Ja, ich war auch noch beim Fußball und bei den Schwimmfreunden. Aber dann haben meine Eltern gesagt: Junge, drei Vereine geht nicht. Und damals hatte ich das meiste Talent fürs Tanzen.

Sie hängen sich auch bei der Dekoration schwer rein?

Nowak: Ich hab da fleißige Helfer und viel in der Werkstatt meines Vaters getüftelt. Ich sprech’ auch immer bewusst die Eltern an. Von ihnen kommen so viele Ideen! Einmal ging’s zum Beispiel um eine Badewanne. Da sagt eine Mutter: Mein Mann hat da Beziehungen... Oder der Einkaufswagen heuer. Der wäre nie so schön geworden, so transportabel, ohne die Eltern. Den Eltern wird dabei auch bewusst, welche Arbeit in so einem Tanz steckt. Die Mädchen geben sich so viel Mühe, und jetzt können die Eltern sagen: Auch wir stehen hundertprozentig dahinter.

Das Damenballett war heuer so überzeugend indisch. Wie gelang das?

Nowak: Eine Dame hat einen KSB-Kollegen, der nach Indien musste. Dem wurden die Sari-Farben gesagt und die Meter. Er hat alles mitgebracht.

Sie gaben dem Tanz auch sehr überraschende Ideen. Woher kommen die?

Nowak: Das Thema kommt irgendwie, und dann lass ich meine Gedanken schweifen. Ich arbeite auch schon jetzt am nächsten Schautanz, wegen Leipzig. Wenn ich mal eine kreative Phase hab, muss ich die ausnutzen. Ich will auch von Leipzig nicht herpendeln. Das hab’ ich bei Praktika in Bamberg und Coburg gemacht. Ich will wirklich mal Leipzig erleben, mal ausziehen von daheim.

Sie waren auch kurz im Männerballett?

Nowak: Damals hab ich zurückschalten müssen wegen des Abiturs. Es hat mir super gefallen und war sehr lustig. Kein Training, ohne dass ich einmal vor Lachen am Boden gelegen war. Aber dann wollte ich wieder etwas Anspruchsvolles tanzen. Das Tanzen tut auch meiner Figur gut. Für uns ist es ja Extremsport, das merken wir bei Turnieren. Es kann aber auch gefährlich sein. Ich bin mal bei einem Turnier auf einem Stück Stoff ausgerutscht, das am Rand lag. Zwei Blutergüsse, aber weitergetanzt. Ich bin da ein Kämpfertyp. Obwohl wir unseren Mädchen immer sagen: Wir sind keine Garde, die um jeden Preis durchzieht. Wenn etwas ist, geht ihr raus. Ich hab’ das beim C-Trainerschein gelernt. Pech-Regeln beachten: Pause machen, mit Eis kühlen, Bein hochlegen.

Haben Sie noch Zeit für andere Hobbys, wenn Sie fünfmal in der Woche trainieren?

Nowak: Videospiele mach’ ich nur noch bei V-Partys mit Freunden. Ich hab’ mich früher auch vor den Fernseher gesetzt, wenn ich eine Stunde frei hatte. Aber da geb’ ich jetzt lieber Nachhilfe und verdien’ etwas Geld. Ich hab’ mir da schon einen guten Ruf aufgebaut und muss sogar schon Kinder ablehnen. Ich kann gut erklären, von meiner Mutter gelernt. Sie sagte immer, wenn Biologie dran war: „Erklär’ mir das mal so, dass ich es verstehe.“

 



tk

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