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Alte PC auf Gabentisch

Jungunternehmer macht betagte Rechner für Bedürftige fit - 07.12.2017 19:55 Uhr

Stephen Schaak will seine Computerkenntnisse nutzen, um bedürftigen Menschen etwas Gutes zu tun. Mehr unter www.facebook.com/smartcompservices © Stefan Brand


Die Idee dazu kam ihm im Recyclinghof beim Blick in den Container für Elektromüll: "Da lagen haufenweise Markencomputer, die höchstens drei, vier Jahre alt sind." Und damit wohl auch absolut gebrauchstauglich, ist er überzeugt. Er glaubt, dass eine Firma auf eine neue PC-Generation umgestellt und ihre "Altgeräte" entsorgt hat.

Das widerspricht seiner Philosophie, die auf Ökologie, auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Darauf, "nicht einfach alles Alte wegzuschmeißen, so steht das auch auf meiner Firmen-Homepage".

Seine Aktion startete er mit einem Aufruf in den sozialen Netzwerken. Die Bitte: Wer kaputte oder ausgediente Computer, Laptops, Notebooks, Handys oder Spielekonsolen hat, die er nicht mehr braucht, kann diese Teile bei ihm abgeben oder von ihm holen lassen. Er versucht dann, sie wieder auf Vordermann zu bringen und einsatzfähig zu machen.

"Mit den Bordmitteln, die mir hier zur Verfügung stehen", so Schaak, der einen Raum im ehemaligen Hohe-Gebäude am Kleinen Johannes bezogen hat. Doch auch dann, wenn eine "einfache Reparatur" unmöglich sei, müsse man den Geräteveteranen nicht gleich wegwerfen, so der Jungunternehmer. Denn: "Dann baut man halt mit den Teilen, die noch in Ordnung sind, aus drei Geräten ein neues zusammen." So weit, so gut.

Doch wer entscheidet, wer in den Genuss eines sanierten Altgerätes kommt? Dazu hat sich Stephen Schaak den Unterstützerkreis Pegnitz mit ins Boot geholt. Der kümmert sich nicht nur um Flüchtlinge, sondern ganz allgemein um Bedürftige in der Stadt. Sprecherin Susanne Bauer hält Schaaks Aktion für eine "tolle Sache". Wenn es um Flüchtlinge geht, "wissen wir natürlich selbst, wo Not am Mann ist". Für andere Empfänger hält der Kreis engen Kontakt mit der Pegnitzer Tafel, "die wissen da am besten Bescheid".

Da ist die tolle Idee, da ist auch eine gewisse Enttäuschung. Darüber, dass dem Aufruf in den sozialen Netzwerken Reaktionen folgten, die Susanne Bauer nicht nachvollziehen kann, "die wir aber akzeptieren müssen". Weil es da trotz vieler positiver Reaktionen auch ganz andere Stimmen gab. Von Leuten, die sagen, sie würden ihre bejahrte EDV-Ausstattung gerne hergeben — aber nicht für Flüchtlinge. Bauer versteht das nicht.

Bauer mahnt sie zur Gelassenheit: "Man darf sich nicht provozieren lassen, man darf aber auch nicht unnötig provozieren."

Dennoch bleibe ein gutes Gefühl. Weil es ja mehr als genug Befürworter gebe, weil der gute Zweck im Mittelpunkt stehe, "das sind wertvolle Signale". Da dürfe man sich nicht verrückt machen lassen. Sondern müsse an langfristigen Lösungen arbeiten. Für jene Menschen, die hier bleiben. In einem Land, "in dem es vielen von uns doch wirklich richtig gut geht".

Wer die Aktion unterstützen will, kann Altgeräte bei Stephen Schaaks Firma Smart Computing Services in der früheren Produktionshalle der Firma Hohe am Kleinen Johannes 21 abgeben. 

STEFAN BRAND

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