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,Altenheim‘ für Kameras wird in Plech wahr

Förderverein Deutsches Kameramuseum gegründet — Eröffnung noch 2011 - 27.04.2011 16:08 Uhr

Das Kameramuseum findet Platz in der Volksschule in Plech. © Claus Volz


Sitz des gemeinnützigen Vereins ist das Rathaus in Plech. Zum Vorsitzenden wurde Bürgermeister Karlheinz Escher gewählt, sein Stellvertreter ist Kurt Tauber, Schatzmeisterin Simone Schmidt, Stellvertreterin Patricia Tauber, Schriftführer Stefan Brand, Beisitzer Heinz Starke und Andreas Wolf, Kassenprüfer Doris Haupt und Reinhard Bauernfeind. Die Wahl fand unter Leitung von Heinz Starke und Reinhard Bauernfeind statt.

Die Mitglieder machten sich ausgiebig mit der Satzung bekannt und so manche Änderung wurde in den Entwurf eingearbeitet. Außerdem wurde beschlossen, einen Beitrag von zwei Euro pro Monat, also 24 Euro pro Jahr festzulegen.

Bürgermeister Karlheinz Escher konnte zu Beginn den wichtigsten Gast Kurt Tauber begrüßen, auch Bürgermeister Manfred Thümmler aus Pegnitz, dazu den harten Kern, die bisherigen Unterstützer beim Museumsaufbau.

Es folgte eine spannende Power-Point-Dokumentation von Kurt Tauber, der in seiner ganzen Journalistenlaufbahn alles sammelte, was mit dem Bereich Fotografie zu tun hat. Seit zehn Jahren, so wurde deutlich, sucht er Räume. Taubers Traum ging in Plech in Erfüllung, denn Bürgermeister Karlheinz Escher bot ihm den leerstehenden Schulraum an. Seit dieser Zeit gibt es mit dem Markt Plech Teamarbeit, denn beide Seiten engagierten sich für ein gemeinsames Ziel und wenn zusätzliche Hilfe benötigt wurde, wie etwa beim Aufbau des Fotoladens aus Friesland, der – im Originalzustand – bereits jetzt zu sehen ist, dann halfen auch die Männer vom Plecher Bauhof mit.

Die Grundkonzeption des künftigen Museums sei klar, sagte Tauber. Man wolle sich nicht als Wissenschaftler oder als Historiker präsentieren, sondern ein „Museum für die ganze Familie“ sein. Schwerpunkt seien frühere Kameras, bei denen die Besucher jenes Modell sehen können, das der Vater oder Großvater benutzt hat.

Kooperation suchen

Man lege Wert auf Zusammenarbeit mit anderen Museen. So könne er sich vorstellen, dass Kinder beim Museumsbesuch mit Einfachkameras ausgestattet werden, dass sie zum Märchenpark gehen, dort fotografieren und die Filme dann im museumseigenen Labor entwickelt werden, erklärte Kurt Tauber. Er verwies aber auch auf andere Highlights, etwa das Fotolabor aus den 30er Jahren, die Reprokamera aus dem Jahr 1934 mit einer Länge von 4,40 Meter.

Ausstellungsschwerpunkte seien Bayreuth und Nürnberg mit ihren damaligen Fotoherstellern und als Foto-Quelle seinen Betrieb aufgab, habe er dort das gesamte Archiv bekommen, ein Archiv, das inzwischen im Bereich Betriebsanleitungen mit anderen „Zustiftungen“ so groß ist, dass man nicht nur Partner von Museen ist, sondern auch zahllose Anfragen von Fotofreunden beantworten muss.

Weitere Schwerpunkte seien Kameras aus DDR- oder UDSSR-Produktion und inzwischen kämen auch Digitalkameras, die überholt sind, aber die Leute nicht wegwerfen wollen. Kurt Tauber hat seine Idee vom „Kameraaltenheim“ verwirklicht. Man habe das Motto geprägt „Ein warmes Plätzchen für mein Schätzchen“. Dieser Slogan habe dazu geführt, dass immer mehr Pakete in Plech eintreffen, viele seien noch gar nicht geöffnet worden. Doch immer wieder treffe man auf Überraschungen, danke den Zusendern für die Stiftung. Dank gelte aber in erstere Linie dem Marktrat Plech mit Bürgermeister Karlheinz Escher an der Spitze.

Das künftige Museum steht auf drei Beinen. Die Gemeinde stellt die Räume zur Verfügung, die Stiftung sichert die wertvollen Exponate und der nun gegründete Verein wird den Bereich Verwaltung übernehmen. Sicher ist aber auch, dass noch in diesem Jahr die Eröffnung erfolgt, doch davor gibt es für Kurt Tauber und sein neues Team noch viel Arbeit. 

vz

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