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Amtsblatt für die Altpapiersammlung

Stadtverwaltung brachte evangelische Jugend mit Termin-Falschmeldung in die Bredouille - 22.09.2017 18:14 Uhr

Der Hinweis auf den richtigen Termin hat offensichtlich nicht alle Bürger erreicht: Etliche Bushäuschen waren randvoll - eine Woche zu früh. © Reinl


Wieder am Kaffeetisch zurück? Gut. Dann können wir Ihnen vom amtlichen Desaster im Vorfeld berichten. Seit Wochen bereiten die seit Jahrzehnten selben Aktivisten rund um Karin Weiss die Altpapier- und Altkleidersammlung vor.

Dabei werden die Rahmenbedingungen immer schwieriger, weil immer weniger Firmen Fahrzeuge zur Verfügung stellen, immer weniger Helfer einen Samstag opfern und immer mehr Bürger die Annehmlichkeiten der kostenlosen Papiertonne den Mühen des monatelangen Sammelns im hauseigenen Keller vorziehen.

Als die Organisation stand, folgte der Nackenschlag: Die Stadtverwaltung veröffentlichte in ihrem Amtsblatt "Blickpunkt" — nicht zum ersten Mal — einen falschen Termin, eine Woche zu früh. Anders als früher, als amtliche Bekanntmachungen in Schaukästen ausgehängt und nicht auf Hochglanzpapier gedruckt wurden, war guter Rat teuer. Eine Berichtigung im monatlichen Mitteilungsblatt war nicht mehr möglich und im Kirchenboten, der auch schon fertig war, lag zwar ein Faltblatt zum Alzheimertag in Pegnitz bei, ein Hinweis auf die Altpapiersammlung indes war schlicht und ergreifend vergessen worden. Wenigstens waren die Tageszeitungen zu einer einmaligen richtigen Ankündigung bereit.

Also blieb nichts anderes übrig, als soziale Netzwerke wie Facebook zu bemühen und zudem wenigstens in den Bushäuschen, den zentralen Sammelpunkten in den Ortsteilen, große Plakate mit dem richtigen Termin auszuhängen. Der "Erfolg": Justament beim Aufräumen des Sommernachtsfests der Jugend am Schlossberg erreichten die Ehrenamtlichen Hiobsbotschaften, dass etliche Bushäuschen doch randvoll geschlichtet seien. Also hieß es, noch einmal herumzufahren, kleinere Mengen gleich mitzunehmen und ansonsten Hinweiszettel auszulegen, dass das Altpapier gewiss abgeholt werde, aber erst am 23. September.

Hilfe von der Stadt gab es keine, obwohl der amtierende Bürgermeister Wolfgang Nierhoff als Vorsitzender des Stadtjugendverbands die Telefonorgien am Schloßberg hautnah miterleben konnte. Vielleicht hat er innerlich sogar gefeixt, hatte doch noch Bürgermeister Uwe Raab die Termin-Falschmeldung unterzeichnet, ehe er für vier Wochen in Urlaub ging.

Aber auch Wolfgang Nierhoff ist nicht frei von Fehlern. Ganz im Gegenteil: Die Wahlbekanntmachung im "Blickpunkt", die seine Unterschrift trägt, weist darauf hin, dass die Benachrichtigungen für die Bundestagswahl 2017 vom 18. 8. bis 2. 9. 2013 (!) an die Bürger übersandt worden seien. Juristen mussten beraten, ob dies nicht sogar ein Grund für eine Wahlanfechtung sein könne. Zur Beruhigung: Ist es nicht.

"Ist unser Amtsblatt inzwischen so begehrt, dass das Verbreitungsgebiet schon bis nach Betzenstein ausgeweitet worden ist?", wurde kürzlich in einer Stadtratssitzung gefragt. Dies wurde von der Verwaltung verneint. Wenn es dort verteilt worden sei, so seien das irrtümlich die Exemplare gewesen, die gleichzeitig in Pegnitz in ganzen Straßenzügen gefehlt haben. Wie dem auch sei: Wir wollen auf jeden Fall weiter unser Amtsblatt – für die Altpapiersammlung.

Z"Räuberstübl" im Internet unter www.nordbayern.de/pegnitz 

ISI REINL

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