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„Äpfel ohne Ende“: Bäume biegen sich

Obst- und Gartenbauvereine geben Tipps — Standort sehr wichtig — Im Frühsommer ausdünnen - 29.09.2012

AUERBACH  - Die Apfelernte steht vor der Tür und mit wenigen Ausnahmen biegen sich die Äste unter der Last. Wie sieht es heuer im Raum Auerbach und Umgebung in Sachen Apfelernte aus? Die Nordbayerischen Nachrichten fragten bei den Vorsitzenden der Obst- und Gartenbauvereine Michelfeld und Gunzendorf nach.

Renate Steger vom Obst- und Gartenbauverein Gunzendorf freut sich über die prächtigen Äpfel an ihren Bäumen. Der Begriff „Apfelschwemme“ träfe hier aber nicht zu.
Renate Steger vom Obst- und Gartenbauverein Gunzendorf freut sich über die prächtigen Äpfel an ihren Bäumen. Der Begriff „Apfelschwemme“ träfe hier aber nicht zu.
Foto: Rühl
Renate Steger vom Obst- und Gartenbauverein Gunzendorf freut sich über die prächtigen Äpfel an ihren Bäumen. Der Begriff „Apfelschwemme“ träfe hier aber nicht zu.
Renate Steger vom Obst- und Gartenbauverein Gunzendorf freut sich über die prächtigen Äpfel an ihren Bäumen. Der Begriff „Apfelschwemme“ träfe hier aber nicht zu.
Foto: Rühl

Der Kreisfachberater für Gartenkultur, Arthur Wiesmet, vom Landratsamt Amberg-Sulzbach informierte nämlich, dass eine Ausdünnung der Apfelbaumäste im Frühsommer, samt der Früchte, wenn sie so groß wie Tischtennisbälle sind, ein späteres Abbrechen der voll beladenen Äste hätte verhindern können.

Frieda Beyer, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Gunzendorf wohnt in Steinamwasser und erklärte, dass hier der Obstanbau in dem „kalten“ Tal nicht so gut gedeihe wie andernorts.

Sie weiß aber, dass ein Apfelbaum, der die Früchte nicht ernähren kann, diese im Juni/Juli von selber abfallen lässt, die sich dann die Tiere holen. Insider nehmen rechtzeitig jeden dritten Apfel raus, damit sich der Baum regenerieren kann und auch im nächsten Jahr wieder trägt.

Reiche Ernte

Renate Steger, die stellvertretende Vorsitzende des Obst-und Gartenbauvereins Gunzendorf betont, es gäbe heuer „Äpfel ohne Ende“. Insgesamt betrachtet sei es heuer ein gutes Obstjahr gewesen, angefangen bei den Kirschen, die diesmal keine Würmer hatten, bis hin zu den Pflaumen und Zwetschgen.


Beim Besuch ihres idyllischen Gartens in Gunzendorf zeigte sie auf einen Pfirsichbaum, dessen Früchte gut gewachsen, aber bereits abgeerntet waren. Sie hat in ihrem erst 1993 angelegten Garten mehrere Apfelbäume gepflanzt und freut sich zum Beispiel über die rotbackige Sorte „Topaz“.

Das A & O für ein gutes Gedeihen des Obstes sei das Wetter. Zu wenig Regen beeinträchtige die spätere Ernte. Von einem „Feuerbrand“ (braune Flecken auf den Äpfeln), habe sie bisher nichts gehört.

Christian Maier, der in Auerbach berufstätige und in Weidlwang ansässige Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Michelfeld, kontaktiert mit den Mitgliedern des Vereins außer bei den durchgeführten Veranstaltungen auch vierteljährlich mit dem von ihm verfassten Faltblatt „Die Zaunkönigin“ mit aktuellen Tipps und Hinweisen auf Fachbücher.

Maier: „Das Faltblatt enthält Aktuelles vom Drei-Länder-Eck Oberpfalz, Mittelfranken und Oberfranken und Terminhinweise wie auf den geplanten Erntedank-Tisch für die Asamkirche in Michelfeld.“

Ast abgebrochen

Auf seiner Streuobst-Wiese in Weidlwang seien keine Apfelbäume wegen ihrer Fruchtlast zusammengebrochen. Generell käme es auf die Sorten an. Beim Lederapfelbaum (Boskop), in der Nähe der Polizeiinspektion Auerbach, sei aber ein großer Ast abgebrochen.

Auf seiner Streuobst-Wiese in Weidlwang tragen zwei Apfelbäume sehr viele Früchte, aber erstaunlicherweise sechs oder sieben Apfelbäume stehen leer da. Eigentlich sollte der Obstanbauer für ein Gleichgewicht beim Baum durch einen Ausschnitt von Ästen sorgen, sonst verausgabe sich der Baum mit den vielen Früchten.

Alles Extreme sei nicht gut. Kracht beispielsweise ein Apfelbaum wegen der Fruchtlast zusammen, kann es durchaus sein, dass er im Folgejahr nichts trägt. Wenn man im nächsten Jahr wieder ernten möchte, sei es also ratsam im Frühsommer auszudünnen.

Von einem sogenannten „Feuerbrand“ bei Äpfeln habe er, so Maier, in „unserer Gegend“ nichts Aufregendes gehört. Jedes Jahr hätten viele Kornäpfel braune Flecken, heuer nicht mehr oder weniger wie sonst auch.

Beim Obstanbau und hier bezieht sich Christian Maier auf die Neubaugebiete, komme es viel auf die Standorte und Böden an. Ist der Boden zu lehmig, werde der Baum krank. Auf Böden mit Felsenuntergrund gedeihen bei ihm unter anderem Birnbäume hervorragend. Christian Maier weist darauf hin, wie wichtig die Imkerei sei und die Bestäubung der Blüten durch die Bienen. Nur dadurch sei eine Obsternte weiterhin gesichert.

 

SABINE RÜHL


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