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"Atomar-guter" Leberkäse im Test

Metzger aus dem Altlandkreis Pegnitz sind zum Gipfeltreffen in Horlach eingeladen - 26.08.2017 11:33 Uhr

"Leberkäse, unser König", lautete vor einiger Zeit das Motto eines Theaterprojekts an einer Forchheimer Schule. © Udo Güldner


Simon Rudolph hat sicher nicht geahnt, welche Lawine er lostreten würde, als er mit dem einen oder anderen Seitenhieb auf die alltäglichen Diskussionen einen Beitrag auf der Pegnitzer Facebook-Seite postete: "Neben den unglaublich aufregenden Fotos von verlorenen Katzen und Hunden, Zügen und Unfällen sowie Schmankerln von lokalpolitischem Nonsens, irrelevanter Schauspielerei, Streitereien, wer wann wo abbiegen darf, Werbung für Lokalitäten und allerlei anderem Klatsch und Tratsch jetzt mein Anliegen: Ich bin auf der Suche nach etwas ganz Besonderem. Einer kulinarischen Manifestation, knusprig, saftig, locker und fest zugleich, zart im Biss, kräftig im Geschmack und sanft im Abgang. Also, wo gibt's den besten Leberkäse in der Fränkischen Schweiz?"

Es dauerte nicht lange, bis die Brotzeit-Experten zur "Best question of the year" das Feuer eröffneten: "Metzgerei Schiller, Metzgerei Humbsberger und Landgasthof Diersch haben den besten Leberkäse — An den vom "Bobby" Pflaum, dem besten Pegnitzer Metzger ever, reicht aber keiner hin — Ich persönlich finde den vom Metzger Schmid am Schweinemarkt sehr gut, weil er eine andere Würzung hat als sonstige — Beim Beck'n in Büchenbach gibt’s auch einen leckeren Leberkäse — Beim Stöckel in Trockau gibt`s atomar-guten — Definitiv beim Hummert in Velden. Alles andere sind recycelte Wienerla."

Herbert Schwindl, als Gastwirt, Flinderer-Metzger und schnellster Lachs-Schlächter in Alaska mit allen Wassern gewaschen, will es genau wissen. Er schrieb spontan einen Leberkäse-Gipfel aus. Nicht so groß wie der Bratwurst-Gipfel soll er werden, generell aber können alle Metzgereien aus dem Alt-Landkreis Pegnitz teilnehmen, die selber produzieren.

Strenge Auswahl

Das Brät von den ersten zehn Anmeldungen soll am Samstag, 9. September, im Gasthaus Krieg in Horlach frisch gebacken und dann von 30 Jurymitgliedern getestet werden. Zugelassen ist nur feiner bayerischer Leberkäse, Kreativvarianten wie Weißwurst-, Pizza- oder Röstzwiebelleberkäse haben keine Chance.

Oberpfälzer Metzgereien, die in Pegnitz Filialen unterhalten, bleiben ebenfalls außen vor, obwohl der Leberkäse ursprünglich ein Pfälzer ist, allerdings ein Rheinland-Pfälzer.

Als Kurfürst Carl Theodor in Bayern das Wittelsbacher-Erbe antreten musste, brachte er aus Mannheim seinen Leib-Metzger mit, der sich wegen der kariös katastrophalen Kauwerkzeuge seiner Vorgesetzten eine besondere Pasteten-Variation hat einfallen lassen: Er zerkleinerte Rind- und Schweinefleisch, tat Speck, Zwiebeln, Wasser, Salz, Majoran und Pfeffer hinein und füllte die Fleischmasse in eine kastenartige Form.

Die Kreation wurde gebacken, so dass sich außen eine braune Kruste ergab und innen das Fleisch schön rosa und saftig blieb. Nicht nur an der Hoftafel ließ man sich den Leberkäse munden. Er wurde zur bayerischen Volksspeise. In Pegnitz soll er nun gar geadelt werden. Man darf gespannt sein.

 

Z"Räuberstübl" im Internet unter www.nordbayern.de/pegnitz 

RICHARD REINL

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