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Auerbach: Kamera-Ausrüstung immer dabei

Ausstellung mit großformatigen Aufnahmen des Hobbyfotografen Karl-Heinz Schmid - 03.03.2017 16:59 Uhr

Karl-Heinz Schmid hat eine besonders stimmungsvolle Aufnahme am Flembach gemacht. Durch die Langzeitbelichtung wirkt das schöne Landschaftsbild wie gemalt. © Karl-Heinz Schmid


Schon vor sechs Jahren habe er mit Bürgermeister Joachim Neuß wegen einer Fotoausstellung gesprochen, erzählt der 64-Jährige. Damals habe er nach langer Krankheit und zehn Jahren Dialyse intensiv mit seinem kreativen Hobby begonnen. Neuß habe damals schon seine Zustimmung signalisiert – und nun ist es soweit.

Am Freitagabend ist die Bilderschau im Rahmen einer Vernissage mit geladenen Gästen feierlich eröffnet worden. "Eine öffentliche Fotoausstellung war ein Traum für mich", sagt Schmid. Vor zwei Jahren hat er erstmals Bilder ausgestellt, damals im Rahmen der Veranstaltung "SevenBR&friends" im Bergbaumuseum Maffeischächte. Die Resonanz auf die Schau, die für einen Abend zu sehen war, sei positiv gewesen und habe ihn gestärkt.

Der Ohrenbacher ist immer auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven. Wenn er spazieren geht, hat er die komplette Fotoausrüstung im Rucksack dabei: Spiegelreflexkamera, ein Normalobjektiv, ein leichtes Tele- und ein Makroobjektiv für Nahaufnahmen sowie das Stativ. "Jeder Augenblick kommt nur einmal", hat Schmid festgestellt.

Bruchteil entsteht spontan

Ein paar Mal hatte er sich früher geärgert, weil er keine Ausrüstung dabei hatte. Jetzt nimmt er den Rucksack grundsächlich mit. Dennoch entsteht nur ein Bruchteil seiner Bilder spontan. Viele Motive sieht er unterwegs, fotografiert und macht sich dazu Notizen. Wenn dann an einem anderen Tag das passende Wetter herrscht oder Bodennebel oder das richtige Tageslicht, dann kommt er wieder und baut seine Fotoausrüstung gezielt auf.

Hobbyfotograf Karl-Heinz Schmid hat 35 Bilder für die Ausstellung im Bürgerhaus ausgewählt. © Brigitte Grüner


Einen guten Blick braucht der Hobbyfotograf auch bei seinen Nahaufnahmen, die meist Tiere und Pflanzen zeigen. Oft gibt ihm auch seine Frau Hinweise auf mögliche Motive. Dann entstehen mit viel Geduld Motive wie aus dem Biologie-Lehrbuch.

Ein Steppenhaiden-Bläuling zum Beispiel, der gerade auf einer rosa Blüte sitzt. Oder eine Fruchtfliege auf einem Blatt mit schönem Lichteinfall von der Seite. Oder die Blaumeise, die vom Baum wegfliegt und die Flügel gerade voll ausgebreitet hat. "Ein halber Nachmittag geht drauf, bis man einen Vogel im Flug richtig erwischt", erzählt er. Oft mache er 500 Bilder, und nur eines sei wunderbar getroffen.

Karl-Heinz Schmid macht gerne Nahaufnahmen. Ebenso faszinierend findet er Landschaftsaufnahmen, Architektur und besondere Lichtstimmungen. Vom Gottvaterberg aus hat er einmal die Bergwerksweihnacht auf Maffei fotografiert. Der Tag war klirrend kalt und die Luft klar. Fünf Bilder wurden je 30 Sekunden belichtet und danach am Computer die Lichter herausgearbeitet. Der Ohrenbacher bearbeitet seine Aufnahmen nicht zu extrem, sondern hebt nur Nuancen hervor. Von einer Verfremdung der Motive am PC hält er nichts.

Kreativer Ausgleich

Vor rund sieben Jahren hat Schmid mit dem Fotografieren begonnen. Nach zehn Jahren Dialyse, der Transplantation einer Spenderniere und mehreren Operationen empfand er dieses Hobby nicht nur als kreativen Ausgleich, sondern auch als eine Art Therapie.

Der Ohrenbacher entdeckte, dass es im Internet nicht viele Bilder über die Gegend um Auerbach gab und baute mit seinen Motiven sukzessive die Homepage www.skho.de auf. Im Urlaub fotografiert er weniger, ihm liegen vor allem die Motive aus der Heimat am Herzen. Gerne bildet er sich auch fort. Noch im März fährt er nach Mannheim zu einem Workshop mit dem bekannten Fotokünstler Calvin Hollywood. Auch im Internet lernt er dazu. Ein Seminar zum Thema "Nachtaufnahmen in einer Großstadt" würde ihn reizen. Für dieses Genre der Fotografie bieten größere Städte eindeutig mehr Motive.

Die Bilder von Karl-Heinz Schmid sind im Konferenzraum im Erdgeschoss, im Treppenhaus und im Museumsraum zu sehen. Die Fotos wurden auf Hartschaumplatten geduckt und von Museumsleiter Christian Bauer mit einem guten Blick für die Gestaltung platziert. Schmid freut sich, dass neue Strahler im Ausstellungsraum des museum34 installiert wurden. Dadurch können die Fotos gezielter illuminiert werden.

Die Fotoarbeiten sind bis Mitte September zu den gewohnten Öffnungszeiten des Bürgerhauses zu sehen: Werktags von 9 bis 17 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr. 

BRIGITTE GRÜNER

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