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Auerbach: Zeichen stehen auf Veränderung

Elektronik-Konzern Cherry zieht ins Gewerbegebiet Saaß, Solaid expandiert und Alpo hüllt sich in Schweigen - 04.11.2018 07:55 Uhr

Stefan Findeiß siedelt sich mit der Firma Solaid im Industriegebiet Lohe neu an. Im bisherigen Betriebsgebäude am Grünhof reicht der Platz nicht mehr aus. 2019 möchte die Firma umziehen. © Brigitte Grüner


Das Industriegebiet Lohe in Auerbach: Veränderungen stehen bei an der gleichnamigen Straße liegenden Firma Alpo-Technik an, erklärt die Geschäftsleitung. © Brigitte Grüner


Die Solartechnik boomt. Und mit ihr auch die Auerbacher Firma Solaid GmbH. Begonnen hat das Unternehmen 2004 im Industriegebiet Leonie in gemieteten Räumen. 2014 zogen Stefan Findeiß und Franz Popp mit ihrem Betrieb in ein größeres Gebäude am Grünhof. Anfang dieses Jahres entschieden sie sich aus Platzgründen für einen Neubau. "Wir sind am jetzigen Standort Grünhof eingeschränkt, wollen aber wachsen und expandieren", erklärt Geschäftsführer Stefan Findeiß. Nur mit mehr Platz mache das Unternehmen in der Zukunft Sinn.

In der jetzigen Alpostraße hat die Firma von der Stadt Auerbach ein Grundstück erworben. Dieses bietet nicht nur Platz für ein eigenes Betriebsgebäude und Parkplätze, sondern auch genug Fläche für künftige Erweiterungen. Die Arbeiten am Fundament haben bereits begonnen. Das Firmengebäude soll eine Nutzfläche von rund 400 Quadratmetern haben. Etwa ein Drittel wird für Büros und einen Verkaufsraum mit Ausstellung benötigt. Die restliche Fläche dient als Fertigung, Werkstatt und Lager.

Durch das neue Betriebsgebäude ist das Grundstück nicht komplett bebaut. Spätere Erweiterungen sind möglich, freut sich Findeiß. Ziel ist es, dass die Solaid GmbH Mitte nächsten Jahres vom Grünhof in das Industriegebiet Lohe umzieht. Falls Fertigstellung und Umsiedlung bereits bis Mai geschafft werden, kann die Firma das 15-jährige Bestehen gleich am neuen Standort feiern.

Im Betrieb sind aktuell fünf Angestellte beschäftigt, weitere Fachkräfte aus den Sparten Dachdeckerei, Elektro und Service werden gesucht, so der Geschäftsführer. Mangels Personal habe er in diesem Jahr sogar schon Aufträge ablehnen müssen. Die Kunden der Auerbacher Firma wohnen im Umkreis von rund 50 Kilometern. Nach der Expansion soll der Einzugsbereich noch erweitert werden. Der Markt boomt. Nach den schwachen Jahren 2014/2015 gehe es steil bergauf, erklärt Findeiß. Vor allem Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeicher seien sehr gefragt.

Interessant ist ein Kostenvergleich. Bei den PV-Anlagen liegen die Stromgestehungskosten aktuell bei unter zehn Cent netto bei Einfamilienhäusern, bei Gewerbeanlagen sogar noch günstiger. Stefan Findeiß: "Mein Strom auf dem Dach kostet zehn Cent, vom Energieversorger muss ich diesen für mehr als 28 Cent kaufen."

Photovoltaik zum Eigenverbrauch sei lukrativer geworden. 2018 gehe der Trend weiter zu Solarstromspeicher. "Wir konnten heuer die Anzahl mehr als verdoppeln." Viele Kunden sind froh, 100 Prozent "grünen Strom" nutzen zu können.

Veränderungen stehen ebenfalls bei der Alpo Technik Medical Products GmbH & Co. KG im Raum. In Auerbach ist immer wieder zu hören, dass die Firma geschlossen wird. Geschäftsführerin Ulrike Steinmüller hüllt sich noch in Schweigen: "Ja, es stimmt, es stehen Veränderungen, aber keine Insolvenz im Raum. Wie die Zukunft aussieht, ist noch offen." Beim Sturm Fabienne war der Betrieb schlimm betroffen, ein Teil des Daches wurde vom Wind abgedeckt. Der Sturmschaden mache dem Unternehmen zu schaffen, so Steinmüller. "Entgegen umlaufender Gerüchte ist aber alles durch die Versicherung abgedeckt."

Auch durch die sofortige Hilfe von ortsansässigen Firmen konnte der Schaden nach dem Sturm in Grenzen gehalten werden. "Großer Dank gilt auch der Freiwilligen Feuerwehr Auerbach, die sofort zur Stelle war und wohlüberlegt reagiert und geholfen hat", sagt die Geschäftsführerin. Mehr Informationen gibt es von der Firmenleitung nicht. "Zum jetzigen Zeitpunkt möchten und können wir uns weiter über die Situation von Alpo nicht äußern." Laut Steinmüller stehen abschließende Entscheidungen bevor.

Erhaltung der Arbeitsplätze

Die Alpo Technik wurde von Alfred Pongratz gegründet und produzierte rund 40 Jahre erfolgreich im alten Gunzendorfer Schulhaus. Im Juni 2014 wurde das Firmengebäude an der Alpostraße eingeweiht. Die Erweiterung und Modernisierung der vorher nur als Lager genutzten Halle sei ein wichtiger Schritt zur Standortsicherung und Erhaltung der Arbeitsplätze gewesen, betonte Ulrike Steinmüller damals. In Gunzendorf wäre die Produktion mit veralterter Technik und zu geringer Kapazität nicht mehr lange möglich gewesen.

Im neuen Haus werden alle Anforderungen für die Herstellung medizinischer Geräte bestens erfüllt, betonte Geschäftsführer Andreas Steinmüller in seiner Festrede. Die Firma wolle mit aktuell 30 Mitarbeitern auch in Zukunft im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen.

An der Alpo-Straße wurden vor gut vier Jahren 700 Quadratmeter modernisiert sowie 800 Quadratmeter Lager und 350 Quadratmeter Büro- und Sozialtrakt angebaut. Das Familienunternehmen investierte damals fast 2,1 Millionen Euro in die neue Produktionsstätte. Welche Zukunft diese haben wird, zeigt sich ziemlich sicher in Kürze. 

BRIGITTE GRÜNER

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