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Auerbacherinnen in Dirndl rocken mit den Troglauer Buam

Volle Hütte beim Benefizkonzert — Die Kombo hat zehn Jahre auf dem Buckel und Fans in vielen Generationen - 07.01.2016 17:17 Uhr

Gute Laune steht auf dem Programm: Sänger Thomas „Domml“ Wöhrl reißt das Publikum mit. „Heavy volxmusik“, der Titel des ersten Albums beschreibt wohl am besten, was das oberpfälzer Sextett ausmacht.

Gute Laune steht auf dem Programm: Sänger Thomas „Domml“ Wöhrl reißt das Publikum mit. „Heavy volxmusik“, der Titel des ersten Albums beschreibt wohl am besten, was das oberpfälzer Sextett ausmacht. © Klaus Trenz


Die Troglauer Buam sind irgendwie ein Phänomen. Kaum auf der Bühne, hatten die sechs Musiker das Publikum im Griff. Schon beim dritten Song schunkelte fast das komplette Auditorium.

Das lag nicht nur an den vielen eingefleischten Fans, die aus allen Himmelsrichtungen nach Auerbach kamen und wissen, was sie zu tun haben. Der Funke sprang von der Bühne umgehend auf das Publikum über.

„Wer hätt’ des denkt“ heißt der letzte Tonträger, den die Band vor zwei Jahren anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens veröffentlichte. Wie schon bei den Vorgängern waren die Fans entzückt. Der Titel lässt aber erahnen, dass die sechs Musiker wohl vom eigenen Erfolg selbst überrascht waren. „Stimmt“, sagt Sänger Thomas „Domml“ Wöhrl den Nordbayerischen Nachrichten. „Wir haben uns damals für einen einzigen Auftritt gegründet, spielen immer noch und tingeln durch die Lande auf unserer endlosen Welttournee.“

Im Juli 2004 hätte das keiner der sechs Musiker gedacht. Alle spielten damals noch bei Rock-Coverbands, fanden sich für einen Auftritt im Proberaum in Troglau zusammen. „Der Auftraggeber wollte halt, dass die Musik ein bisschen bayerisch ist“, erklärt Domml: „Des hätt’ koaner denkt“, dass uns das widerfährt, dass wir so viel erleben und mitmachen durften“.

Konzerte ohne Ende, Auftritte im Fernsehen, große Veranstaltungen, ein Plattenvertrag: Der Titel der ersten CD „heavy volxmusik“ umschrieb mit zwei Worten die musikalische Richtung, die man einschlug und nicht mehr verlassen hat.

So eine richtige Erklärung hat Domml für den Erfolg der sechs Oberpfälzer nicht. Nur soviel: „Ein Grund wird sein, dass wir auch nach zwölf Jahren immer noch viel Spaß auf der Bühne haben und das überträgt sich auf das Publikum.“ Generell sei man eine Band, „die auf die Bühne gehört“, sagt Domml. Das geht einher mit den unzähligen Kommentaren im Internet und den sozialen Netzwerken.

Der Tenor: Die Troglauer Buam muss man live sehen. Sicherlich spielen die Troglauer Buam auch ihre Routine auf der Bühne aus, aber wenn man Domml glauben darf, sind sie vor einem Auftritt immer noch aufgeregt und „in Auerbach sogar doppelt“. Weil dort „viele Bekannte“ gekommen seien. „Da sind wir ganz nahe dran am Publikum“. Und nicht weit weg von zu Hause, dem Kemnather Raum. „Auerbach – endlich wieder Oberpfalz“ haben sie auf der Facebook-Seite des Veranstalters gepostet.

Letzterer hat mit dieser Benefiz-Veranstaltung ins Schwarze getroffen. Der Aufschwung Auerbach, die Freien Wähler, haben darauf verzichtet, ihr 20-jähriges Bestehen mit einem der üblichen Festakte zu begehen, sondern feierten lieber mit einem überwiegend jugendlichen Publikum Party.

Zudem gaben sie Auerbacher Musikern ein Forum: Die „Boatznhocker“ – zwölf Musiker aus Auerbach – traten mit bayerisch-böhnmischen Repertoire als Vorband auf und ernteten das Lob der Troglauer Buam ein: „Die sind richtig gut, so was hört man selten.“

Der Erlös aus der Veranstaltung, der sich vorwiegend aus dem Verkauf von Getränken ergibt, lässt der Aufschwung Kindern und Jugendlichen zukommen, die bei der Auerbacher Arche beziehungsweise der Caritas registriert sind.

Susanne Lechner, Johannes Trenz und Simon Popp aus Auerbach gehören zu den Boatznhockern, die es seit 28. März vergangenen Jahres gibt und böhmische und bayerische Blasmusik spielt. „Vor so vielen Leuten sind wir noch nicht aufgetreten.

Das ist für uns alle sehr aufregend“, sagen sie. „Aber wir glauben, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen und natürlich gefällt es uns besonders, als Vorgruppe der Troglauer Buam auftreten zu können.“

Sabine Schuster aus Edelsfeld und Jonas Pfab aus Ranzenthal haben lautstarke Verstärkung zum Konzert mitgebracht: „Wir sind mit unserem Stammtisch Goaßhütt‘n aus Ranzenthal hier und Fans der Musik von den Troglauer Buam.“ Jonas hat die Band drei Mal live gesehen, Sabine kennt deren Musik von CD.

Der ganze Stammtisch kam in Lederhosen beziehungsweise Dirndl zur Veranstaltung. „Das gehört normalerweise zu einem Konzert der Troglauer Buam dazu“, sagt Jonas: „Die Buam haben lange nicht mehr in der Nähe gespielt.“

Am 2. Juli diesen Jahres – einen Tag vor dem Troglauer-Buam-Open-Air in Kemnath – erscheint die neue CD des Sextetts. Daran arbeiten die Musiker gerade. 

KLAUS TRENZ

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