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Bahngebäude erhalten historischen Schutz

Bauten auf der Strecke zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle gehören künftig der Denkmalliste an - 08.08.2017 19:13 Uhr

Die Strecke Forchheim — Behringersmühle war Anfang des 20. Jahrhunderts eine wichtige Ader für den Gütertransport und Personenverkehr. Jetzt kommen die historischen Bahneinrichtungen in die Denkmalliste. © Archivfoto: Hans von Draminski


Seit der Eröffnung der ersten Teilstrecke von Forchheim nach Ebermannstadt im Jahre 1891 und nach der Verlängerung nach Muggendorf 1922 sowie nach Behringersmühle 1930 war diese Nebenstrecke der Ludwig-Süd-Nord-Bahn eine wichtige Ader für den Gütertransport und Personenverkehr. Davon zeugt noch heute der Bahnhof in Muggendorf, der zum Tourismuszentrum wurde.

Jüngste Nebenstrecke

1976 wurde ab Ebermannstadt der Bahnbetrieb eingestellt. Die "Dampfbahn Fränkische Schweiz" (DFS) nahm im Gegenzug den touristischen Sonderverkehr auf. Ein langes Teilstück der sogenannten Wiesenttalbahn führt durch die Gemarkungen des Marktes Wiesenttal. Dessen Marktgemeinderat erteilte nun seine Zustimmung zur denkmalrechtlichen Aufwertung der Gesamtanlage.

Der Abschnitt von Ebermannstadt bis Behringersmühle ist die jüngste in Bayern gebaute Nebenbahnstrecke. Ihr kommt wegen der touristischen Erschließung der Fränkischen Schweiz zu Zeiten der Weimarer Republik eine geschichtliche Bedeutung zu, so die Begründung für die Aufnahme in die Denkmalliste.

Transportiert wurden auf der Wiesenttalbahn vor allem Getreide und Holz. Deshalb wurde schon im Baujahr 1930 in Behringersmühle ein Getreidespeicher der BayWa mit Verladevorrichtungen gebaut. Hauptsächlich Gerste für fränkische Brauvereine wurde dort umgeschlagen. Am Haltepunkt Burggaillenreuth wurde ein Holzlagerplatz errichtet. Kalkstein und Feldfrüchte wurden abtransportiert und dafür Baustoffe, Kohlen und Düngemittel in die Fränkische gefahren. Aber weitaus wichtiger als der Gütertransport war der Personenverkehr in die Luftkurorte Streitberg und Muggendorf sowie für die vielzähligen Pilger nach Gößweinstein.

Bemerkenswert für die Denkmalschützer ist es, dass beim Bahnbau "in besonderer Weise Rücksicht auf die umliegende Landschaft genommen" wurde.

Rücksicht auf die Natur

Man setzte beim Bau auf eine topografische Linienführung. Der Trassenverlauf wurde dem vorhandenen Gelände angepasst. Zum einen aus ästhetischen Gründen, um die landschaftlichen Reize des sich entwickelnden Fremdenverkehrsgebietes hervorzuheben. Zum anderen war diese Bauweise wirtschaftlich, konnte doch so auf Tunnel, hohe Dämme und lange Brücken verzichtet werden. Der heutige Zustand der Brücken aus genietetem Stahltragwerk entspricht weitgehend dem der Entstehungszeit.

Unter dem Aspekt "künstlerische Bedeutung" werden besonders die Bahnhöfe hervorgehoben. In Ebermannstadt, Streitberg und Muggendorf handele es sich laut den Experten um kleine Bauensemble, welche die Stilentwicklung vom Historismus zum Heimatstil widerspiegelten.

Der Gleiskörper gehört seit 1978 dem Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz. Die Gebäude sind im Eigentum der Kommunen. Deswegen gelten auch die strengen Sicherheitsvorschriften der Bahn: "Weil einmal ein ICE gefahren ist", erinnerte Wiesenttals Zweiter Bürgermeister Gerhard Kraus (BGS) an ein besonderes Ereignis der jüngeren Streckengeschichte.  

PAULINE LINDNER

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