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Bäume schwingen über der Stierberger Burgruine

Fachleute haben 25 Buchen gefällt, damit diese nicht die Menschen in der Umgebung gefährden - 06.04.2016 18:09 Uhr

Morsche Bäume wurden entfernt, aber auch welche, die viele Äste verlieren. © Klaus Trenz


Direkt hergeflogen vom Chiemsee: Acht Spezialisten der österreichischen Firma Wucher aus Vorarlberg demonstrierten vor allem Teamarbeit der besonderen Art und den Stierbergern ein vielbeachtetes Spektakel, das deshalb nötig war, weil man die Bäume wegen der nah gelegenen Häuser nicht einfach umfallen lassen konnte.

Meyerhuber hat damit gerechnet, dass die ganze Aktion wohl zirka zwei Tage dauern wird. Einer der Helikopterpiloten, Wolfgang Jäger, schüttelt da ganz lässig den Kopf: „In vier bis fünf Stunden ist die Sache erledigt.“ Das war sie dann auch. Das Team um Jäger muss eingespielt sein. „Kommunikation ist dabei das Wichtigste“, erklärt er: die Absprache zwischen den Einweisern am Boden im Wald, wo die Bäume abgesägt werden, als auch am Holzsammelplatz, wo der Pilot die Baumstämme fallen lässt.

Morsche Bäume wurden entfernt, aber auch welche, die viele Äste verlieren.


Auf keinen Fall dürfe ein Stamm oder dürfen große Äste irgendwo hängen bleiben. Das würde nicht nur den Piloten gefährden, sondern auch die Arbeiter am Boden.

Die Bäume können nicht an einem Stück aus dem Wald gehoben werden. Baumkletterer sägen die Bäume Stück für Stück von oben nach unten ab. Sie schätzen dabei das Gewicht der Stammsegmente ab und liegen eigentlich immer richtig.

Bis zu knapp über einer Tonne darf ein Segment wiegen, das dann am Transportseil des Helikopters eingehängt wird. Der Pilot kann das Gewicht, wenn der Stamm schon am über 40 Meter langen Stahlseil hängt, mit einer Waage an Bord überprüfen. Dann, wenn er kurz „auf Zug geht“, erklärt Pilot Jäger. Auch zwischen dem Baumkletterer mit seiner schweren Kettensäge und dem Einweiser in der Nähe und dem Piloten ist die Kommunikation sehr wichtig. „Oft sehe ich die Baumkletterer von oben nicht“, sagt Jäger.

„Ich muss wissen, wenn er den Strumpf – das sind die Transportschlaufen – in der Hand hat und auf welcher Seite er hängt.“ Jäger muss den Baumstamm schließlich vom Baumkletterer wegziehen.

Morsche Bäume wurden entfernt, aber auch welche, die viele Äste verlieren.


„Die Arbeit ist gefährlich, vor allem für den Baumkletterer", sagt der Pilot, „aber wird sind erfahren und ein eingespieltes Team“. Jäger selbst fliegt schon seit 25 Jahren.

Flotte Arbeiter

Und sie sind schnell: In den angekündigten rund fünf Stunden, sind die Spezialisten aus Österreich mit ihrer Arbeit fertig. Dabei hat es eine „Rotation“ von 102 gegeben. Damit meinen die Piloten 102 Flüge vom Ort der Baumfällung bis zum Holzablegeplatz und zurück. Hätte man die Bäume alleine nur mit Baumkletterern Stück für Stück abgetragen, „wäre das viel zu zeitaufwendig gewesen“, sagt Meyerhuber.

 

Direkt vom Chiemsee kommt der Hubschrauber, der die 25 Buchen am Hang der Burgruine Stierberg abtransportiert hat. Spezialisten aus Österreich haben die Bäume vorher vorsichtig gefällt. © Alle Fotos: Klaus Trenz


Auch das Abtragen der Bäume mittels einer Hebebühne sei auf dem hügeligen Gelände nicht möglich gewesen und wohl auch zu gefährlich geworden. Einige der Buchen seien faul gewesen. Vor allem ein Wohnhaus, das fast mitten im Wald steht, war durch die Bäume gefährdet. „Es sind schon einige Äste auf das Haus gefallen“, sagt der Hauseigentümer. Zudem würden viele Leute hier wandern.

Deshalb hat der Forstbetrieb Pegnitz die Verkehrssicherungsmaßnahme nicht auf die morschen Bäume beschränkt. Es fielen auch Buchen unterhalb der Felswand, die nach Einschätzung von Eduard Meyerhuber früher oder später riesige Äste verlieren werden oder wegen der Hanglage drohen, umzukippen. 

KLAUS TRENZ

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