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Beim Abbruch "blutete" das alte "Otto-Haus"

Dominantes Gebäude im Pegnitzer Stadtzentrum musste vor genau 40 Jahren dem Verkehr weichen - 02.11.2017 21:00 Uhr

Das stattliche Gebäude der Sattlerei Otto stand Pegnitzer Verkehrsplanungen im Wege. Nach langen Vorverhandlungen konnte das Otto-Haus im Herbst 1977 endlich abgerissen werden. Es musste Platz machen für die Umfahrung des Marktplatzes. © Fotos: Biersack/Volz


Bevor die Bagger anrückten, waren lange Vorverhandlungen nötig, schließlich musste der Familie Otto ein Ersatzquartier angeboten werden, das sie direkt neben dem Alten Rathaus fand. Und auch der Denkmalschutz hatte ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Doch dann war es im Herbst 1977 endlich soweit: Nach Einbruch der Dunkelheit rückte die Abbruchfirma an. Nach kurzen Vorbereitungen "langte" die schwere Planierraupe zu und riss mit einem langen Haken große Stücke aus der östlichen Wand heraus. Nicht einmal zwei Stunden dauerte es, bis der erste Teil des Hauses in Schutt und Staub lag.

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"Otto-Haus" in Pegnitz musste dem Verkehr weichen

Mit dem Abriss des Otto-Hauses vor genau 40 Jahren erfuhr das Pegnitzer Stadtbild rund um den Marktplatz die einschneidendste Veränderung der Neuzeit. Die ehemalige Sattlerei musste im Herbst 1977 Verkehrsplanungen weichen, blockierte sie doch – zwischen dem heutigen NN-Pressehaus und der Metzgerei Schmid gelegen - die Zufahrt zur Brauhausgasse.


Zuvor hatte es lange gedauert — zu lange, wie immer wieder betont wurde, ehe mit dem Abriss begonnen und eine Engstelle im städtischen Straßennetz beseitigt werden konnte. Lange Zeit hatten sich die Denkmalschützer quergestellt. Erst als Zeichnungen des Hauses angefertigt waren und das Landesamt selbst eine Hausbesichtigung durchgeführt hatte, wurde "grünes Licht" erteilt.

Die Abbruchfirma ging so "schonend" vor, dass Nachbarhäuser weder beschädigt noch gefährdet wurden. Mit zwei Schläuchen wurde versucht, die Staubentwicklung zu mildern. Pausenlos wurden die Wände mit Wasser bespritzt. Aufregung gab es, als plötzlich ein "roter Saft" aus einem der oberen Stockwerke herauslief. "Das Haus blutet", war der Kommentar eines Zuschauers. Es handelte sich allerdings nur um Farbe, die vom Wasser aufgelöst worden war.

Das stattliche Gebäude der Sattlerei Otto stand Pegnitzer Verkehrsplanungen im Wege. Nach langen Vorverhandlungen konnte das Otto-Haus im Herbst 1977 endlich abgerissen werden. Es musste Platz machen für die Umfahrung des Marktplatzes. © Fotos: Biersack/Volz


Mehrere Stunden lang war die Hauptstraße für den Verkehr gesperrt und viele Interessierte beobachteten die Arbeiten. Heute erinnert nichts mehr an das einstige stattliche Gebäude am östlichen Eingang zum Pegnitzer Marktplatz. Vielmehr rollen über das Grundstück täglich hunderte von Fahrzeugen in die Brauhausgasse, die Umfahrung des Stadtzentrums in westlicher Richtung, die bei der Städtebausanierung zur Verkehrsberuhigung in der "guten Stube" der "Stadt im Grünen" eingerichtet worden ist. 

hcb/vz/rr

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