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Betzensteins "Zeiserla" ist bald Geschichte

Stadt hat Grundstück, Brandruine und angrenzende Gebäude gekauft — Abriss für Anfang 2018 geplant - 29.09.2017 16:48 Uhr

Bürgermeister Claus Meyer vor der Ruine des „Zeiserla“, das im Winter 2014 abbrannte. Nun soll das von der Stadt inklusive Grundstück gekaufte Gebäude zeitnah abgerissen werden. Ein Investor für die Fläche wird gesucht. © Klaus Trenz


Die Stadt hat vor kurzen das Gebäude und das Grundstück inklusive eines Gartengrundstücks erworben. Bürgermeister Claus Meyer hat die Verhandlungen mit der Eigentümerin zu einem erfolgreichen Ende führen können. Damit ist der Weg frei für den Abriss der Ruine und für eine vom Stadtrat so gewünschte geordnete Bebauung auf diesem Areal, zu dem auch Nebengebäude des benachbarten ehemaligen Brauereigasthofs Wagner gehören.

Die Eigentümerin hat der Stadt sogar ein sogenanntes Aufgeld bezahlt, damit sie die Ruine übernimmt. Anfang 2018, so Meyer soll der Abriss erfolgen. Mit dem ehemaligen Zeiserla sollen auch mehrere Nebengebäude des Gasthofs Wagner mit abgebrochen werden. Die Kosten für den Abriss trägt jetzt die Stadt, weil sie Eigentümer des "Zeiserla"-Grundstücks ist, was so auch gewollt war: "Wir können die Entwicklung des Areals nur regeln, wenn wir das Grundstück übernehmen". sagt Meyer. Das Amt für ländliche Entwicklung habe bereits Zuschüsse für die Abrisskosten in Aussicht gestellt, fügt er hinzu. Auch bei der Regierung von Oberfranken war man hinsichtlich von Zuschüssen in Sachen Wirtschaftsförderung vorstellig.

Wiederaufbau zu kostspielig

Nachdem das "Zeiserla" 2014 abgebrannt war und die Planungen für einen Wiederaufbau sich für die Eigentümerin als zu kostspielig erwiesen, war das Thema "Zeiserla" mehrmals Thema in nichtöffentlicher Sitzung im Stadtrat. "Eigentlich", so erklärt Meyer, "wäre es dem Stadtrat am liebsten gewesen, wenn es wieder aufgebaut worden wäre". Weil man mit dem Abriss der Kneipe auch ein Stück Betzenstein entfernt — das "Zeiserla" war als Musikkneipe in der Region bekannt und auch bei vielen Betzensteinern beliebt. "Wir haben es uns nicht leicht gemacht, uns aber letztendlich für einen Abriss entschieden", führt Meyer aus. Zu hoch seien die Kosten für einen Wiederaufbau eines Gebäudes mit immerhin allein weit über 300 Quadratmeter Grundfläche. Die Entscheidung, das Haus zu übernehmen, sei auch vor dem Hintergrund gefallen, "dass es kein Gesetz gibt, dass ein Haus abgebrochen werden muss." Man habe befürchtet, dass an dieser Stelle der Stadt noch jahrelang eine Ruine ohne Dach steht.

Investor gesucht

Jetzt sucht Meyer einen Investor für das gesamte Gelände. Es hätte schon mehrere Gespräche mit potentiellen Investoren für das Wagner-Grundstück gegeben und sie seien auch noch am Laufen. Allerdings habe die benachbarte Brandruine schon abschreckende Wirkung gehabt. "Jetzt haben wir das Heft des Handelns in der Hand", freut sich Meyer. Die Weichen für eine geordnete Bebauung hat der Stadtrat schon 2016 gestellt, als man einen innerörtlichen Bebauungsplan-Entwurf erstellte. Meyer: "Jetzt räumen wir erst einmal auf, damit wir eine Freifläche haben."

Was sich Meyer anstelle einer Freifläche dort vorstellt, lässt er völlig offen. Der Idealfall wäre für ihn allerdings, wenn ein Investor die Sanierung des Gasthofs Wagner, der im Eigentum der Stadt ist, auch noch mit übernimmt. Dieser ist von den Abrissplänen nicht betroffen. 

KLAUS TRENZ

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