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Der erste Gerichtstermin vor sieben Monaten hatte keinen Erfolg gebracht. Wie ausführlich berichtet, wurde damals kein einziges Gebot abgegeben. Der Gesamtverkehrswert der Anlage beträgt einschließlich einiger Grundstücke 1087000 Euro. Zum Preis für die Burg kommen noch zirka 200000 Euro für die Gerichtskosten und die Ausgaben der Gemeinde einschließlich der neuen Kanalisation. Laut Wolf-Dieter Hildisch, dem Vorsitzenden des Fördervereins für die Burg, muss der Komplex als Ganzes erworben werden, einzelne Teile können nicht herausgelöst werden.
Wie viel Geld für eine Renovierung investiert werden muss, hänge von der späteren Nutzung ab, so Hildisch: „Gut erhalten ist Höhenburg, in welcher der vorherige Besitzer Wohnräume eingerichtet hat. Hier könnte man relativ schnell einziehen.“
1966 ging die Burg erstmals in Privatbesitz über. Seit der Insolvenz des letzten Eigentümers 2006 wird der imposante Bau treuhänderisch verwaltet.
Alle Bemühungen um einen Verkauf des Wahrzeichens von Hiltpoltstein scheiterten bislang. Zwar meldeten sich anfangs immer wieder Interessenten und besichtigten die Anlage, doch ein Vertrag kam nie zustande.
Selbst nach einem ausführlichen Bericht im Fernsehen meldete sich niemand. In Absprache mit dem Insolvenzverwalter achtet der Förderverein darauf, dass die Burg nicht verfällt.
Hierzu werden die wichtigsten Reparaturen vorgenommen, was nicht immer einfach ist. Hildisch: „Als eine Ziegelreihe des Dachs auszutauschen war, musste ich schon schlucken. Zum Glück sind unter den 70 Mitgliedern des Vereins einige Kletterer. Freihängend 40 Meter über Grund zu werkeln, sahen diese als neue Herausforderung an.“
Da der Verein derzeit einen Mietvertrag für die Burg abgeschlossen hat, möchte er gern in die Verhandlungen mit einem neuen Besitzer einbezogen werden: „Unser Interesse ist natürlich, dass die Anlage auch in Zukunft wenigstens ab und zu der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.“
Dies war bei dem vorherigen Eigentümer nicht möglich, was über den Ort hinaus bedauert wurde. Wolf-Dieter Hildisch weist darauf hin, dass beispielsweise über die Oberfrankenstiftung und den Denkmalschutz Fördergelder für eine Sanierung zu erwarten sind. In der Regel würden sie an die Bedingung gekoppelt, dass die Burg zumindest zum Teil auch von der Allgemeinheit besichtigt werden kann.
Durch die Initiative des Fördervereins hat die Burg das kulturelle Leben der Gemeinde in der jüngsten Zeit sehr bereichert. So wurden dort unter anderem Kunstausstellungen, Konzerte und Lesungen durchgeführt.
Riesengroß war auch der Ansturm der Besucher beim Tag des offenen Denkmals im September: Über 1200 kamen. „Ich musste sogar Mitglieder vom Frühstückstisch wegholen, um zusätzliche Führungen zu ermöglichen“, erzählt Hildisch.
Besichtigungen sollen in jedem Fall wieder beim Hiltpoltsteiner Adventsmarkt angeboten werden, der am Samstag, 27. November, von 13 bis 18 Uhr vom Fränkische-Schweiz-Verein organisiert wird. Auch eine Weihnachtsbeleuchtung mit Christbäumen ist für die weithin sichtbare Anlage vorgesehen.
Für 2012 plant der Verein weitere Kulturveranstaltungen. Hier soll auch die Naturbühne im Rosengarten eingebunden werden. Dieser entwickelt sich prächtig – nicht nur die alten Sorten blühen auf, sondern auch neue sind hinzugekommen.
Wichtig ist für Hildisch, dass sich ein neuer Eigentümer für die Veste findet: „Eine Immobilie verkommt immer, wenn sie längere Zeit nicht mit Leben erfüllt wird. Gut geeignet wären die Räume unter anderem als Schulungs- und Tagungszentrum.“



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