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„Cherry“ erwacht wieder: ZF gründet neue Tochterfirma

Die Friedrichshafener AG bündelt in dieser GmbH alles, was mit Computer-Eingabegeräten zu tun hat — 350 Mitarbeiter arbeiten dafür weltweit - 15.12.2015 08:55 Uhr

Dieser Schriftzug stand von jeher für Qualität. Jetzt begleitet er die neue Firma von ZF, wohin der Automobilzulieferer alles gibt, was mit Computer-Eingabegeräten zu tun hat. © NN/Archiv


Die Hintergründe dafür erläutert Michael Lautenschlager, der ZF-Pressesprecher.

Ziel ist es, die ZF-Sparte „Computer Input Devices“ (CID; Computer-Eingabegeräte), mit der das Auerbacher ZF-Werk rund zwölf Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, flexibler zu machen. Seit Mitte Juli wird deshalb daran gearbeitet, die CID in einer „Cherry GmbH“ zu bündeln.

Diese GmbH ist inzwischen registriert. Sie wird in Auerbach 260 Mitarbeiter haben und zusätzlich 90 in den USA, in China, Hongkong und Frankreich. Denn die GmbH soll eine Art Holding sein, die Tochterfirmen steuert. Ihr Headquarter wird aber, so Lautenschlager, in Auerbach liegen.

Konzentriert auf Computer

Auf dem ZF-Gelände gibt es also künftig zwei Unternehmen. Die „Cherry“, bisher zuständig für CID und Schalter/Sensoren, gibt aber diese Schalter- und Sensoren-Produktion (überwiegend für die Automobilbranche) ab Januar an ZF ab. Ihr bleiben dann mit dem CID-Sektor die Felder Büro, Industrie, Sicherheit und Computerspiele (PC-Gaming). „Die Cherry-Zukunft ist die PC-Eingabe“, so Lautenschlager.

„Cherry“ wird zwei Leiter haben. Es sind Manfred Schöttner, der hier schon bisher verantwortlich war, und Dr. Günther Seitz. Er war bei „ZF/elektronische Systeme“ für Finanzen Controlling und IT zuständig. Bei Cherry ist er der kaufmännische Geschäftsführer.

Beide lenkten auch das Projektteam, das die Selbstständigkeit von „Cherry“ vorbereitete.

Garantie für zwei Jahre

„Es wird keine Entlassungen geben“, so Lautenschlager. Vielmehr bekommt jeder Mitarbeiter eine Beschäftigungssicherheit für mindestens zwei Jahre. Länger ist sie nicht ausgelegt, weil ZF nicht die Option ausschließt, „Cherry“ einmal zu verkaufen.

Dazu könnte es kommen, wenn sich die Firma gut entwickelt „und wenn sich jemand findet, wo es noch besser läuft“. Schließlich sei ZF im Kern auf die Autoindustrie spezialisiert.

Die „Cherry GmbH“ bleibe „zunächst“ in Auerbach. Doch sollte es auf dem Gelände eng werden, so der Pressesprecher, dann müsse überlegt werden, die neue Tochterfirma auszusiedeln. „Aber wenn es dazu kommt, dann bleibt sie in der Nähe“, so Lautenschlager. „Nicht in der fernen Nähe, sondern hier. Der Schwerpunkt bleibt Auerbach.“

Momentan könne sich die „Cherry GmbH“ in einigen Bereichen noch auf ZF stützen. In anderen bildete man bereits eigene Abteilungen. Dies betrifft das Personalwesen und die Logistik. Nach und nach werde das alles geregelt. In einigen Sektoren schloss man mit ZF noch Dienstleistungsverträge.

Die Löhne und Gehälter bleiben mit ZF identisch. Auch der Betriebsrat ist künftig für „Cherry“ zuständig, betont Lauteschlager.

Das Ziel heißt „Erfolg“

Anschließend fasst er zusammen: „Wir wollen ein erfolgreiches, agiles Unternehmen schaffen.“

Der CID-Bereich habe im vorigen Jahr 70 Millionen Euro Umsatz gehabt. „Cherry“ soll daran anknüpfen, vor allem auch bei schnellen Tastaturen, wie sie für Computerspiele nötig sind.

Eine Entwicklung in dieser Richtung ist zum Beispiel das MX Board 6.0 (wir berichteten im August), das 20-mal schneller ist als eine herkömmliche Tastatur.

In diesem Bericht hatte Michael Lautenschlager ein gutes Bild gefunden für ZF und für die neue „Cherry GmbH“: Die kommende Tochter sei wie ein Schnellboot, das an einem Dampfer hängt. Jetzt nehme dieses Schnellboot selbstständig Kurs auf, mit innovativen Ideen, so Lautenschlager. 

THOMAS KNAUBER

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