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Am „Räuberstübl“-Stammtisch sind wir uns einig: Wer immer die Nachfolge einer kommunalpolitischen Lichtgestalt wie Manfred Thümmler antritt, kann nur verlieren, zumindest so lange, bis er sein Freischwimmerabzeichen gemacht hat.
Vielleicht trug die Kandidatenfindungsphase auch deshalb bislang eher komische Züge. Als Erster brachte sich mit Johannes Hofmann aus Ottenhof der neue Vorstandssprecher des Grünen-Kreisverbands Bayreuth-Land ins Gespräch, ein Maschinenbau-Konstrukteur, den selbst die eigenen Gefolgsleute mit einer solchen Aufgabe überfordert sehen.
Er ist bisher von seiner Gruppierung ebenso wenig nominiert wie Uwe Raab von der SPD, der zur Überraschung aller ausgerechnet die Haushaltssitzung im Stadtrat dazu nutzte, seine Kandidatur zu verkünden, ohne dass der Dauer-Kandidat der letzten Jahre, Karl Lothes, dagegen opponierte.
Die „Lichtgestalt“ der FWG lässt noch immer auf sich warten.
Bei der CSU schienen die Weichen von oben herab seit langem in Richtung Wolfgang Hempfling gestellt. Er gilt im Rathaus als Kronprinz, der — auch auf Kreisebene, etwa bei der umkämpften Neuvergabe der Müllabfuhr — durchaus bewiesen hat, dass er für Pegnitz erfolgreich sein kann.
„Man darf einer Partei keinen Kandidaten überstülpen“, hat Bürgermeister Manfred Thümmler im Umfeld der ersten CSU-Vorstandssitzung gegenüber den NN argumentiert. Vielleicht wurde deshalb Peter Kotzbauer, den vorher niemand auf der Rechnung hatte, als „Bauernopfer“ vorgeschlagen, um wenigstens pro forma eine Alternative zu bieten. Warum sonst sollte der mögliche künftige CSU-Vorsitzende Christian Bickel, von dem der Vorschlag kam, derart vorpreschen?
Noch überraschender aber kam der Alleingang von Manfred Vetterl, der zwar seit Jahren brav den Ortsverband und die Fraktion führt, aber ansonsten politisch blass blieb. Bei der Kreistagswahl 2008 ist er im Gegensatz zu Hempfling gescheitert und seinen Posten als stellvertretender Kreisvorsitzender hat er im Mai vergangenen Jahres fahrlässig verspielt, als dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden ein Kirchenmusical wichtiger war. Obwohl im Vorfeld bekannt war, dass die JU Hollfeld einen generalstabsmäßigen Angriff auf seinen Posten vorbereitet, blieb er der Wahl fern. Er wurde abgestraft und mit ihm der ganze südliche Landkreis, der im engeren CSU-Kreisvorstand nicht mehr vertreten ist.
„Automatismen und Erbhöfe gibt es auch in der CSU nicht mehr“, kommentierten damals die NN und das gilt auch im aktuellen Fall.
Wenn Vetterl wirklich seit längerem Bürgermeister-Ambitionen gehabt haben sollte, dann hätte er dies über die Grenzen der Stadt hinaus besser vorbereiten müssen. Würde er nämlich jetzt gewählt werden, säße — übrigens auch im Fall eines Erfolgs von Uwe Raab (SPD) — der Bürgermeister der größten Stadt im Landkreis erstmals nicht im wichtigen Kreisausschuss. Schwer vorstellbar. Dagegen ist die Frage, ob ein Pegnitzer Bürgermeister aus Neudorf oder aus Troschenreuth kommen kann, nebensächlich.
Sa. 12.05.12
Do. 10.05.12
Mo. 30.04.12