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Das Schnabelwaider Projekt "Eislast" nimmt Gestalt an

Mast der 150-Kilovolt-Leitung bei Preunersfeld ausgetauscht, acht weitere folgen bis Jahresende - 06.12.2017 15:00 Uhr

Das Bayernwerk tauscht im Rahmen des Projektes „Eislast“ bei Schnabelwaid und Preunersfeld Masten der 150-Kilovolt-Stromleitungen aus. Auf dem Bild ist Dieter Rothe zu sehen, der die Bauüberwachung inne hat. © Foto: Ralf Münch


"Der Winter 2005/2006 war sehr heftig und es gab im Sauerland einen langen Stromausfall", sagt Manuel Köppel, Bayernwerk-Pressesprecher in Regensburg. Zahlreiche Strommasten wurden umgerissen, es gab einen Versorgungsausfall. "Die Masten stammen bayernweit teilweise aus den 60er Jahren", sagt Köppel.

Also wurde beschlossen, die Leitungen und Masten auszutauschen. Heuer sind es insgesamt 18 bis 16 Stahlgittermasten und zwei Betonmasten. Dazu werden neben den bestehenden Masten Provisorien gebaut und die Leiterseile umgehängt, erklärt er. An gleicher Stelle kommen dann stabilere Masten hin.

In Preunersfeld lief es am Dienstag etwas anders. "Der bestehende Mast wurde abgesägt, mit einem Autokran zehn Meter versetzt und an alter Stelle ein neues Fundament gesetzt", erläutert Dieter Rothe, Bayernwerk-Bauaufsicht. Bis Jahresende werden neun Masten der Leitung von Immenreuth nach Pegnitz ausgetauscht sein. Es steckt viel Bürokratie in solchen Projekten, sagt er. So müssen unter anderem Auflagen der Bahn eingehalten werden. Zum Beispiel großformatige Gittervorrichtungen entlang der Bahnlinie, die verhindern sollen, dass eventuell die Leitungen auf die Gleise fallen.

Rothe ist Freileitungsmonteur, so wie die Mitarbeiter der deutsch-österreichischen Baufirma Europten, die zwischen den Einzelteilen des neuen Masten herumlaufen oder an dem alten Masten in luftiger Höhe gut gesichert die Leitungen umhängen. "Das mit der Sicherung war vor zehn Jahren noch ganz anders. Da gab es nur Bauchgurte", erinnert er sich.

Das bestätigt auch Projektleiter Andreas Hanser. Der gelernte Tischler und Zimmerer kommt wie seine Kollegen aus Osttirol. Zusammen mit Obermonteur Christian Dichtl überwacht er die Einzelschritte. "Für uns ist das hier eher eine kleinere Maßnahme", sagt er. Trotzdem muss man die Arbeit sehr ernst nehmen, ist es kein einfacher Job.

Die körperliche Belastung ist allein durch die rund 15 Kilogramm schwere Sicherheitsausrüstung, die jeder trägt, groß. Zum anderen muss sich jeder auf den anderen verlassen können, wenn die Leitungen umgehängt oder die einzelnen Mastteile mit dem Kran durch die Luft geschwenkt und an vorgesehene Stelle gefädelt werden. Hier ist genaue Arbeit gefragt.

Sehr nasses Gelände

Drei Teile werden aufeinander gestockt, dann kommen noch die vier Traversen und die Spitze oben drauf. Der Strom wurde morgens von Dachau aus abgeschaltet, Preunersfeld wurde am Dienstag mit einem Notstromaggregat versorgt.

Rund 30 Meter ist der Turm hoch und 14 Tonnen schwer. "Sonst haben wir eher mit 100 Meter hohen Türmen zu tun", sagt Hanser. Problematisch waren in Preunersfeld die Zuwege, sagt er. Das Gelände ist sehr nass, verstärkt durch die momentane Witterung. Wenn der Turm steht, richten Hanser und seine Kollegen die Wege und Folgeschäden wieder her. Anfang des Jahres ist die Truppe bei einer Weiterbildung. Da geht es um Steiger- und Abschaltschulung, Erste Hilfe und Bergungsvorgänge. "Wir haben eine sehr verantwortungsvolle Arbeit", betont der Projektleiter.

Für Rothe geht es jetzt mit zahlreichen Telefonaten weiter. "Die Maßnahme mit dem Umsetzen der Masten ist, wie gesagt, mit viel Bürokratie verbunden", so Rothe. 

FRAUKE ENGELBRECHT

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