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Dekanat Pegnitz will neue Partnergemeinde

Mehrere Optionen stehen zur Auswahl - 19.09.2017 16:11 Uhr

Im Jahr 2011 war anlässlich der 100-Jahrfeier des Ankommens des ersten Missionars aus Neuendettelsau eine Reisegruppe mit Pfarrer Christoph Weißmann in Siassi, Papua-Neuguinea. © privat


"Ein Ende der Beziehungen ins Ausland war nie vorgesehen", sagt der Missionspfarrer des Dekanats Christoph Weißmann, der die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Plech betreut. Deshalb haben die Verantwortlichen vor rund einem Vierteljahr den formellen Beschluss gefasst, wieder eine Partnergemeinde zu suchen. "Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen", sagt Weißmann. Denn er will auch Menschen im Ausland helfen.

Im Herbst sollen dem Missionsausschuss drei mögliche Partner vorgestellt werden. Im Februar entscheidet dann die Dekanatssynode, die zweimal im Jahr tagt.Die "Mission eine Welt", das Zentrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat verschiedene Optionen vorgeschlagen. Zur Auswahl stehen Tansania, Papua-Neuguinea oder Brasilien. Hinzu kommt der konkrete Vorschlag von Bischof Gilbert Filter, der die sogenannte Kapkirche in Südafrika betreut.

Filter reiste im Juli mit seiner Frau Renate durch Deutschland, um Kontakte zu pflegen und Projekte vorzustellen. Unter anderem kümmert er sich um eine Suppenküche, die sich in 20 Jahren zu verschiedenen sozialen Projekten entwickelt hat. Unter anderem werden ein Kindergarten und Ausbildungsmöglichkeiten unterstützt. Ein Stopp führte Filter nach Plech zu Freunden aus Südafrika: Gisela und Egmont Rohwer, die den Großteil ihres Lebens dort verbracht haben. Filter war einst ihr Gemeindepfarrer, bevor er 2015 Bischof wurde. Bei Gesprächen mit Christoph Weißmann kam die Idee auf, eine Partnerschaft zwischen dem Dekanat Pegnitz und der Kapkirche ins Leben zu rufen.

Trotz der Besuche und guten Kontakte ist Weißmann unvoreingenommen gegenüber der Entscheidung, mit wem es den erneuten Versuch geben wird, eine Partnerschaft aufzubauen. Er vermutet, dass es auf Tansania oder Südafrika hinauslaufen könnte, weil die Flüge dorthin nicht ganz so teuer sind wie in die anderen Länder. "Es wird nicht alles bezuschusst. Einen Teil der Reisekosten muss jeder selber tragen", erklärt Weißmann.

Zeit und Hoffnung investiert

Außerdem müsse generell geprüft werden, ob es für eine Partnerschaft mit Südafrika überhaupt Zuschüsse geben könnte. Denn traditionell sind in den südlichen Ländern Afrikas Länder wie die Niederlande oder Dekanate aus Norddeutschland Partner. Das sei historisch gewachsen, weil viele Regionen von dort aus Missionare entsendet hatten, erklärt der Pfarrer weiter, der die gescheiterte Partnerschaft mit Siassi als "große Enttäuschung" bezeichnet. Man habe seitens des Dekanats Pegnitz "viel Zeit und Hoffnung" in die frühere Partnerschaft investiert, die wegen Streitigkeiten auf der Seite von Papua-Neuguinea im Oktober 2016 durch die Dekanatssynode beendet wurde. 51 Mitglieder waren dafür, es gab eine Enthaltung.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, hieß es damals. Dennoch haben die Mitglieder keine realistische Möglichkeit mehr gesehen, die Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Streitigkeiten, was mit den Spenden aus dem Dekanat geschehen soll, die schlechte Weitergabe von Informationen und personelle Änderungen in Papua-Neuguinea ließen große Zweifel am Erhalt der langjährigen Partnerschaft wachsen.

Entstanden ist die Kooperation, als 1988 ein Pfarrer aus dem Siassi-Distrikt in Auerbach beim Dekanatsmissionsfest sprach. Im darauffolgenden Jahr wurde die Idee der Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Auerbach verfestigt und 1992 auf das gesamte Dekanat ausgeweitet.

Christoph Weißmann hat die Hoffnung, dass — sollte sich die Dekanatssynode für die Partnerschaft mit Südafrika entscheiden — die persönlichen Kontakte, welche die Familie Rohwer seit Jahren mit Bischof Gilbert Filter und seinem erwachsenen Sohn Stefan pflegen, zu einem guten Gelingen der Kooperation beitragen. Am Ende entscheiden jedoch die 52 Mitglieder der Dekanatssynode. 

Kerstin Goetzke Nordbayerische Nachrichten Pegnitz/Auerbach E-Mail

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