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Dichter Rauch über dem Feuerwehrgelände in Pegnitz

Die Feuerwehren des Landkreises führten Atemschutzübungen in einem Brandcontainer durch - 25.03.2017 08:55 Uhr

Der Container ist innen schon schwarz und strahlt enorme Hitze ab — Teilnehmer der Übung sitzen mit dem Ausbildungsleiter im Rauch und lernen, das Feuer zu bändigen ohne selbst in Gefahr zu geraten. © Hans von Draminski


62 Atemschutzfeuerwehren mit 64 Personen aus dem ganzen Landkreis nehmen teil. Pro Woche gibt es acht Durchgänge mit je acht Teilnehmern. Zudem ist pro Übung ein Ausbilder mit im Container. Zwei Feuerwehr-Mitglieder stehen in kompletter Ausrüstung als Sicherheitstrupp bereit. Im Container wird mit Hilfe von sieben Spanplatten ein Feuer im hinteren Teil entzündet. Das Feuer ist genau berechnet, damit die Sicherheit der Kursteilnehmer gewährleistet ist. Im vorderen Drittel des Containers findet die Übung statt.

Der Container selbst ist der einzige vom Staat gestellte in Bayern und deshalb nur alle zwei Jahre im Landkreis. Wo der Brandcontainer wann ist, bestimmen Staatsministerium, Feuerwehrverband und die Geldgeber.

Gefährliche Gase

Alexander Schuster (47) ist Kreisbrandmeister in der Ausbildungsinspektion im Kreis Bayreuth im Bereich Atemschutzausbildung und erklärt den Nordbayerischen Nachrichten, was in diesem Container passiert. "Die acht Teilnehmer rotieren um den Ausbilder herum. Dieser steht vorne in der Mitte", so Schuster. Die Übung soll zeigen, wie sich Brand und Hitze entwickeln. "Wichtig ist vor allem zu beobachten, wie der Rauch innerhalb des Containers entsteht." Denn im Rauch entstehen gefährliche, flammbare Gase, die sich immer wieder entzünden. "Die Teilnehmer erkennen, wie das Feuer durch die Gase auf den Rauch überspringt", sagt Schuster.

Je heißer das Feuer, desto stärker wird der Rauch von oben nach unten gedrückt. "Die Feuerwehrleute müssen lernen, wie sie sich bei Rauchentwicklung verhalten und wie sie das Feuer löschen und so den Rauch eindämmen können. Mit einem Sprühstrahl wird versucht, die Hitze im Container zu reduzieren und abzukühlen", erklärt Schuster. Die Übung dauert höchstens 20 Minuten. Währenddessen steht der Sicherheitstrupp vor dem Container bereit, falls etwas passiert. "Die Ausrüstung mit Atemschutzgerät, Maske und Sicherheitskleidung wiegt zirka 22 Kilo. Nur alleine das Atemschutzgerät hat schon so 16 Kilo", sagt Schuster.

Der Sicherheitstrupp wartet mit angelegter Ausrüstung bis alle den Container sicher verlassen haben. © Hans von Draminski


Nach der Übung erklärt der Ausbildungsleiter den Teilnehmern, wie und in welcher Reihenfolge sie die Sicherheitskleidung abnehmen sollen. "Richtiges Auskleiden ist wichtig, da die Ausrüstung jetzt kontaminiert ist. Es dürfen keine Schadstoffe eingeatmet werden, daher muss das Atemgerät bis zum Schluss getragen werden", erklärt Schuster.

Ausbilder Stefan Müller (37) von der Werksfeuerwehr ZF Friedrichshafen erklärt den erschöpft aussehenden Teilnehmern, dass das Atemschutzgerät zur Inspektion weggegeben werden muss. "Die Schutzkleidung darf nicht mit nach Hause genommen und dort gereinigt werden, da es sonst eine Kontaminationsverschleppung gibt", erklärt Müller der Truppe. Die Helme dürfen die Feuerwehrleute selbst reinigen. Müller selbst ist seit 2009 Ausbilder im Bereich Atemschutzausbildung. "Ich hatte noch nie Angst im Container, ich weiß immer genau, was zu tun ist und bin sehr entspannt. Zudem ist es ein sicheres System mit immer gleichen Gegebenheiten", sagt Müller. Ihm selbst ist bisher noch nichts Schlimmeres passiert. "Dass man mal rote Ohren bekommt, kann vorkommen oder es kann passieren, dass die Handschuhe oder die Kleidung durchschlägt, aber das ist nicht schlimm", so Müller.

Das richtige Ausziehen der Schutzkleidung muss gelernt sein: Das Atemgerät muss bis zum Schluss getragen werden. © Hans von Draminski


"Nach den arbeitsmedizinischen Vorgaben darf ich nicht öfter als viermal die Woche und fünf Wochen pro Jahr in den Container, da ich bei jeder Übung mit im Container sein muss." Deswegen war am Donnerstag Trainerwechsel, ein Kollege von Müller übernahm die Ausbildung bis zum Ende der Woche.

Heiko Schardt (40) arbeitet beim Finanzamt, in seiner Freizeit ist er Kommandant bei der Feuerwehr. "Eigentlich wollte ein Kollege teilnehmen, weil ich das schon einmal gemacht habe, aber er ist verhindert, da durfte ich", sagt er. "Heiß wird es besonders dann, wenn die Tür zu ist und die Hitze und der Rauch keine Ausweichmöglichkeiten haben. Schlimm ist der heiße Wasserdampf, der aufgrund des Sprühstrahls entsteht. Diesen spürt man sogar an den Schultern und am Körper. Es fühlt sich an, als würde der Dampf direkt durch die Schutzkleidung gehen." Insgesamt empfand er die Übung als lehrreich, da man die Entwicklung des Brandes in der Realität nicht sehe. Auch Schardt hatte keine Angst im Container. "Man weiß, was man tut. Es ist eher Aufregung als Angst." 

ANNIKA ENDRES

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