Montag, 18.02.2019

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"Die Vorweihnachtszeit ist eine Wunschzeit"

Sparkasse Bayreuth spendet an NN-Aktion, damit auch ärmere Menschen das hohe Fest genießen können - 10.12.2018 17:44 Uhr

Wolfgang Hetz übergibt Thomas Knauber den symbolischen Scheck. Er weiß, wie viele Familien und Mütter am Rand der Existenz leben und gibt deshalb die 1500 Euro mit Nachdruck und gerne. © Foto: Markus Zweck


Die 1500 Euro leitet der frühere NN-Redakteur Knauber direkt weiter an chronisch kranke und bedürftige Menschen in unserer Heimat. Sie ergänzen Spenden, die NN-Leser vor Weihnachten abgeben können, entweder direkt in der NN-Geschäftsstelle oder per Überweisung.

"Die Vorweihnachtszeit ist eine Wunschzeit, auch für Menschen, denen es finanziell nicht so gut geht und denen es oft an den nötigen Dingen fehlt", sagte Wolfgang Hetz bei der Übergabe. "Mit unserer Hilfe möchten wir dazu beitragen, dass Kinderaugen leuchten und auch erwachsene Menschen am Fest eine kleine Weihnachtsfreude haben."

Besuch bei 130 Bedürftigen

Thomas Knauber besucht vor Weihnachten rund 130 Bedürftige zwischen Königstein und Hollfeld, die ihm die Ämter und Jobcenter melden, weil sie es besonders schwer haben im Leben. Dazu gehört zum Beispiel eine Frau, die ständig auf ein Sauerstoffgerät angewiesen ist. Sie lebt in einer kleinen Erdgeschosswohnung in einem sauberen, karg möblierten Zimmer. Der Ständer mit dem Gerät ist ihr ewiger Begleiter. Sie klagt nicht darüber, sondern nimmt es still hin. Entsprechend strahlt sie Ruhe aus und eine große Bescheidenheit.

Eine andere ältere Frau ist von Geburt an geistig behindert. Ihre Eltern sorgen bis heute für sie. Sie sind froh, dass sie in die nächste Behindertenwerkstatt gehen kann, was sie für einige Stunden entlastet. Ansonsten sind sie immer eingespannt und auch angespannt, weil sie nie wissen, ob nicht plötzlich Aussetzer kommen, ob ihre Tochter nicht unerwartet verrückte Dinge tut.

Zu den Menschen, welche die Ämter empfehlen, gehören auch viele alleinerziehende Mütter. Laut Bundesstatistik sind sie noch ärmer dran als arme Rentner. Weil ihre Ex-Ehemänner überwiegend nicht mitbezahlen und oft noch querschießen. Knauber hat aber auch Fälle, in denen der Ehemann noch bei seiner Familie lebt, aber gnadenlos dem Alkohol verfallen ist, manchmal auch den Drogen. Dann versucht die junge Mutter, ihn zu Ärzten zu drängen und in Kliniken zu bringen — und gleichzeitig ihre sechs Kleinkinder ordentlich zu versorgen. Sie wird immer abgehärmter, verliert die Schönheit ihrer Jugend und vor allem ihre Kraft. Am Ende steht dann ein Hin und Her: Er kehrt zurück mit den besten Versprechungen, nüchtern zu bleiben, kippt aber wieder um. Er rastet aus, macht Terror und verspricht wieder alles und greift wieder zur Flasche. Durchwebt ist das noch von ständigem Geldmangel und immer mehr Verzweiflung.

Andere Fälle haben mit Krankheiten zu tun. Zum Beispiel liegt eine alte Dame regungslos im Bett, seit vielen Jahren. Ihre Schwägerin pflegt sie. Sie nimmt das hin. Die Schwester des Bruders ist halt mitgeheiratet worden. Da drückt man sich nicht. Da gibt es eine christliche Verantwortung. Beide sind durch diese Jahrzehnte des Zusammenseins wie Geschwister geworden. Und die Schwägerin hat längst erfahren, dass in dem reglosen Körper ein unglaublich guter Geist wohnt, eine sanfte, gute Seele. Ihr zuliebe verzichtet sie auf jeden Urlaub und auf große Ausflüge.

Im nächsten Fall hat ein Herr über Jahrzehnte ein Gasthaus mit Hotel geführt. In einer abgelegenen Gegend, wo nur Berliner hinfinden, und wo es im Winter stumm wird und im Sommer die Arbeit nur so brummt. Er ist abgearbeitet. Das Kochen, Bettenmachen und alles in Schuss halten bis hin zur Buchführung hat kräftig Tribut gefordert. Jetzt sitzt er ohne Kinder da. Geht jeden Tag kurz spazieren. Spricht mit den Bäumen im Wald. Ist froh um seine kleine Dachwohnung, wo die Miete gottseidank nicht steigt. Er freut sich über jedes Geld, weil er fast keines hat: Nur noch 20 Euro bis zum Monatsende.

ZWenn Sie für "Schmücken & Helfen" spenden möchten, können Sie es direkt in der NN-Geschäftsstelle tun, oder auf das Konto "Freude für Alle" bei der Sparkasse Bayreuth überweisen, DE62 7735 0110 0038 0645 72 (BYLADEM 1 SBT). Eine Spendenquittung kommt, wenn Sie Ihre Adresse angeben. 

fca

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