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Dolch aus der Zeit des „Ötzis“ gefunden

Experten sprechen von Sensation — Erster Fund dieser Art in der Fränkischen Schweiz - 12.07.2015 18:16 Uhr

Die Experten sprechen von einer Sensation. Vom ersten Fund dieser Art in der Fränkischen Schweiz und vom erst vierten in ganz Bayern.

Die Experten sprechen von einer Sensation. Vom ersten Fund dieser Art in der Fränkischen Schweiz und vom erst vierten in ganz Bayern.


Relativ genau datieren lässt sich der Dolch, weil er in einem früheren Pfostenloch eines jungsteinzeitlichen Grubenhauses gefunden wurde. Dorthinein muss er zufällig gefallen sein, wahrscheinlich, als die Pfosten beim Abbau des Hauses aus den Löchern gehoben wurden.

Der Dolch ist aber zerstört. Gefunden wurde nur ein etwa fünf Zentimeter langes Teilstück. Ingo Bürger, Archäologe und Experte beim Landesamt für Denkmalpflege, hat den Fund untersucht und ist sich sicher: Der Dolch war bereits vor seinem Hineinfallen in das Pfostenloch zerstört. Wahrscheinlich durch Kälte. Konzentrische Kreise deuteten darauf hin.

Die dunklen Spuren, die die Holzpfosten des Hauses in der Erde hinterlassen haben, gelten ebenfalls als seltene Funde. Weil Häuser in dieser Zeit, der Zeit des Ötzis, in relativ leichter Art gebaut worden seien und so der jahrhundertelangen Erosion wenig entgegenzusetzen gehabt hätten. Dazu komme, dass Keramiken aus dieser Zeit kaum entdeckt würden, weil sie oftmals bis zur Unkenntlichkeit vergangen seien.

Gefunden hat die Spuren des Grubenhauses und den Teil des Dolches der Bamberger Archäologe Julian Decker. Bereits im März war er bei Grabungen auf dem künftigen Plankenfelser Gewerbegebiet auf die Spuren dreier Häuser und steinzeitlicher Lagergruben gestoßen. Zwei der Häuser datierte er auf das Jahr 3000 vor Christus. Ein drittes, in dem Reste von Roheisenerz gefunden wurden, soll aus der Eisenzeit stammen, um 500 vor Christus. Bürger verwundert der Fund nicht. Dass Häuser auf Hochflächen wie hier gebaut wurden, sei typisch für die Zeit des Ötzis. 

THORSTEN GÜTLING

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