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Zugfahrer, die mit dem Regionalexpress unterwegs sind, merken von diesem Qualitätssprung nichts. Wehe dem aber, der sich von Hohenstadt, Vorra, Rupprechtstegen oder Velden aus mit der Regionalbahn auf den Weg in Richtung Norden macht.
Dass er am Bahnhof vergeblich auf einen Zug wartet, wird er noch lernen müssen, angesichts der Erneuerung von 23 Pegnitztalbrücken, die bis zum Jahr 2017 bevorsteht. Auch den Schienenersatzverkehr könnte man benutzerfreundlich organisieren, wie der DB-Infoservice erst kürzlich unter Beweis gestellt hat, als bei der Sperrung zwischen Pegnitz und Neuhaus von zusätzlichem Personal sogar Koffer vom Zug zum Bus getragen wurden.
All diese möglichen Annehmlichkeiten werden dem Bahnkunden im Pegnitztal allerdings vorenthalten. Er muss vielmehr damit rechnen, vom SEV-Busfahrer auch noch angeblafft zu werden. Eine Schulklasse etwa musste am Donnerstag auf der Anreise zu einem Schullandheim-Aufenthalt in Vorra bangen, überhaupt mitgenommen zu werden. Daran änderte zunächst auch nichts, dass der Lehrer die Fahrt extra beim VGN angemeldet und dort erfahren hatte, dass das überhaupt kein Problem sei. „Das ist schon ein Problem“, konterte der Fahrer barsch. „Ich nehm nämlich keinen mit Stehplatz mit.“ Dass die Sitze in den zwei Bussen knapp reichten, war Glück. Uns aber stellt sich die Frage, warum dann tagtäglich zig Schulbusse unterwegs sind, in denen nicht wenige Kinder stehen?
Härter traf es den Radler, der in rüdem Ton abgewiesen wurde: „Für was hast denn a Fahrrad? Zum Fahren, oder?“ Er musste das Pegnitztal hinaufstrampeln.
Wenn Sie nun glauben, das wäre schon die ganze Story, so unterschätzen Sie uns. Der Oberhammer folgt am Bahnhof Neuhaus. Dort kommt der SEV-Bus laut Fahrplan zur Minute 19 an, exakt zur gleichen Zeit, zu der der Pendolino aus Nürnberg nach Pegnitz abfährt. Und die Bahn nimmt das wörtlich: Während der Bus in der Parkbucht abbremst, gibt der Regionalexpress keine 50 Meter Luftlinie entfernt Gas.
„Auf uns hört niemand“
Exakt 60 Minuten bleiben danach Zeit, um auf die nächste Fahrgelegenheit zu warten, Zeit, um in der vollbesetzten Dienststelle des Bahnhofs, in dem seit einigen Tagen auch keine Fahrkarten mehr zu haben sind, nachzufragen, wo denn das Hirn sei. Die Bediensteten schütteln sich, überreichen eine Visitenkarte der Beschwerdestelle und rufen sogar dazu auf, sich dort zu melden (für 42 Cent pro Minute): „Wir haben schon bei der Vorlage des Ersatzfahrplans darauf hingewiesen, dass das nicht funktioniert, aber auf uns hört ja niemand.“
Weil der Fahrdienstleiter dieses Szenario wahrscheinlich selbst nicht glauben mag, schaut er es sich eine Stunde später wieder interessiert an: Auf halber Strecke postiert, betrachtet er den einfahrenden Bus und den gleichzeitig abfahrenden Zug. Ändern konnte oder wollte er nichts.
Statt der möglichen 40 Minuten dauerte die Bahnfahrt aus dem Pegnitztal nach Pegnitz mit dieser Variante satte 100 Minuten. Ob die Bahn weiß, dass für manche ihrer Kunden Zeitdiebstahl noch schlimmer ist als Ladendiebstahl?
Do. 23.05.13
Di. 26.03.13
Sa. 23.03.13
Sa. 02.03.13