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Donnerstag, 13.12.2018

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Ein Muffin mit Abführmittel

Junge Männer stehen vor dem Amtsgericht - 06.12.2018 17:18 Uhr

Ein 23-Jähriger und ein 18-Jähriger, beide aus dem südlichen Landkreis, absolvierten im Mai einen Backkurs im Zuge einer Maßnahme des Jobcenters. Dort überreichte der 18-jährige Angeklagte einer Lehrerin einen selbstgebackenen Muffin. In den Teig hatte er, zusammen mit dem anderen Beschuldigten, ein Stück einer Abführtablette eingerührt. Die Lehrerin aß den Kuchen aber nicht sofort, sondern hob ihn für den nächsten Tag auf. Da bemerkte sie, dass er hart geworden war und warf ihn weg.

Die beiden Angeklagten gestanden die Tat. "So eine Tat ist nicht zu rechtfertigen", zeigte sich der 23-Jährige reuig, "ich bin froh, dass sie den Muffin nicht gegessen hat". Richter Eik Launert fragte: "Gab es einen Anlass für die versuchte Vergiftung?". Die beiden fühlten sich von der Lehrkraft schlecht behandelt. Diese hätte sie angeblich beleidigt, weil sie Hartz- IV-Empfänger sind.

Die Geschädigte konnte wegen einer Krankheit nicht als Zeugin aussagen. Da die beiden Angeklagten aber gestanden haben und Reue zeigten, schlug Richter Launert eine Einstellung des Verfahrens gegen Arbeitsauflagen vor.

Die Staatsanwältin war zuerst skeptisch, da die jungen Männer nicht wussten, wie die Frau auf das Mittel reagieren würde. Am Ende stimmte sie einer Einstellung mit der Auflage von je 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit durch beide Angeklagten zu. 

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