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EV Pegnitz — ESC Vilshofen 5:9 (1:1/3:5/1:3) — Wer gedacht hatte, Vilshofen wäre nach dem überragenden 6:0-Erfolg im Derby gegen Waldkirchen müde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Nach nur 72 Sekunden zappelte der Puck bereits zum ersten Mal im Netz hinter Markus Buser, der diesmal das Pegnitzer Tor hütete. Der Gast wirbelte nach Belieben durch die Reihen der Ice Dogs, schnürte die regelrecht in deren eigenem Drittel ein und war 15 Minuten lang drückend überlegen.
Die Gastgeber mussten sich notgedrungen auf Befreiungsschläge und einige wenige Konter über Steilpässe in die Spitze beschränken, die aber fast ausnahmslos das Ziel verfehlten und somit auch nichts einbrachten.
Erst bei der ersten Strafzeit gegen die Niederbayern in der 8. Minute kam der EVP im Powerplay ernsthaft vor das ESC-Gehäuse, erarbeitete sich prompt auch mehrere Großchancen, konnte diese aber nicht nutzen. Bastian Stemmer, auch gestern wieder einer der Aktivposten, scheiterte am Pfosten. Wenig später bekam er selbst einen Schuss auf den Knöchel, biss aber die Zähne zusammen und lehnte auch eine Behandlung durch das BRK ab.
Bei einer zweiten Strafzeit gegen Vilshofen setzte eher der zahlenmäßig unterlegene ESC die Akzente: Bei einem ersten Konter konnte Stefan Hagen noch in letzter Sekunde retten, beim zweiten Gegenstoß landete der Puck zwar im Tor, doch der Treffer zählte nicht, weil der Kasten vorher verschoben war.
Völlig überraschend fiel dann kurz vor der Pause doch noch der 1:1-Ausgleich für die Truppe von Trainer Vaclav Drobny, erzielt von Stemmer.
Im Mitteldrittel begann der EVP so wie Vilshofen im ersten Durchgang: Diesmal dauerte es 78 Sekunden, ehe Ralf Skarupa nach einer Drehung um die eigene Achse den sehenswerten Führungstreffer für Pegnitz markierte. Das war noch nicht alles: Nach einer Schlägerei zwischen Sebastian Sterr und Christof Hagen lochte Thorsten Steffens nach einer schönen Kombination zum 3:1 ein.
Jetzt zeigten die Gäste Nerven. Die Betreuer haderten mit den Schiedsrichtern, Torwart Christoph Seyffert zeigte große Unsicherheiten und im ESC-Spiel lief nicht mehr viel zusammen. EVP-Coach Vaclav Drobny wies seine Leute an, jetzt ruhig zu spielen und die Scheibe laufen zu lassen, und Abwehr-Routinier Alexander Herbst forderte gar, sich vollends auf die Defensive zu verlegen: „Wir müssen keine Tore mehr schießen.“ Diese Taktik ist vielleicht bei den Kaufbeurer Adlern, seinem früheren Verein, praktikabel, nicht aber beim EVP.
Warum? Weil die Ice Dogs seit jeher große Probleme in der Abwehr haben und in der Euphorie eines Vorsprungs allzu oft mit allen Kräften blindlings nach vorn stürmen, jeweils mit fatalen Folgen.
Am Freitag kassierte Pegnitz so fünf Treffer in sechs Minuten, gestern war es ein Fünferpack in sieben Minuten. Meist begann die Misere mit dem Puckverlust im Mittel- oder sogar im Angriffsdrittel und dann wurde die zu weit aufgerückte Abwehr immer wieder überlaufen, so dass Torwart Buser letztendlich keine Chance blieb, sich allein gegen die ESC-Übermacht zu stemmen. Auffällig, dass erneut die erste Reihe die meisten Gegentreffer kassierte.
So zog der ESC bis auf 3:6 davon, ehe Markus Schwindl zwei Sekunden vor der Pausensirene das 4:6 gelang.
Spätestens nach dem 4:8 in der 48. Minute war das Match gelaufen. Während sich bei Vilshofen niemand fand, der das Ergebnis zweistellig gestalten wollte, sorgte Stefan Hagen 25 Sekunden vor Schluss mit dem 5:9 wenigstens für ein versöhnliches Ende.
Pegnitz zeigte zwar eine ansprechende kämpferische Leistung, doch im Spielaufbau blieb vieles Stückwerk. Auch diesmal konnte der Tscheche Martin Lamich kaum Akzente setzen. Wie sagte doch jüngst der frühere EVP-Trainer Heinz „Zorro“ Zerres aus Selb in einem Telefonat mit den NN: „Ja mei, der Martin is’ halt nur noch a’ Hobbyspieler.“
Die Torfolge: 0:1 (2.) Fries, 1:1 (19.) Stemmer/Schmidt/Schwindl, 2:1 (22.) Skarupa/Runge, 3:1 (24.) Steffens/Schwindl/Stemmer, 3:2 (30.) Stauf, 3:3 (31.) Stauf, 3:4 (33.) Weinzierl, 3:5 (36.) Sterz, 3:6 (37.) Bauer, 4:6 (40.) Schwindl/Steffens/Stemmer, 4:7 (44.) Berger, 4:8 (47.) Berger, 4:9 (55.) Bauer, 5:9 (60.) St. Hagen/Stemmer.
Strafen: EVP 12, ESC 16 Minuten.



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