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Erste Pläne für Ahorntals neues Rathaus vorgestellt

Heiße Diskussion bei den Räten über Planungsdetails und grundsätzliche Vorgaben — Kritik an den Dimensionen - 30.09.2017 17:54 Uhr

Blick auf die Vorderseite: Architekt Norbert Kastl stellte dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung die erste Planentwürfe für den Neubau des Ahorntaler Rathauses vor. © Norbert Kastl


Um ein neues Rathaus an dieser Stelle bauen zu können, ist zunächst eine Erweiterung und Änderung des Bebauungsplans im Bebauungsgebiet Hohbaumweg II erforderlich. Dafür gab der Rat am Ende einer recht kontroversen Diskussion und nach der Planvorstellung grünes Licht und verwies weitere Details für den Rathausneubau zurück in den Arbeitskreis.

Der bisherige Plan des Architekten sieht ein Rathausgebäude mit 29 Metern Länge und 13 Metern Breite vor, das komplett unterkellert ist. Und zwar in Längsrichtung zum Sophienweg. Das Gebäude selbst liegt zirka einen Meter über Straßenniveau, weshalb man auch ein paar Treppen erklimmen muss, um ins Rathaus-Innere zu gelangen. Zudem gibt es einen behindertengerechten Eingang, hinten einen Personaleingang und natürlich einen Aufzug, um ins Obergeschoss zum Büro des Bürgermeisters, Verwaltungsleiters und des Kämmerers gelangen zu können.

Im Erdgeschoss sollen der Sitzungsaal und ein Bürgerbüro Platz finden und im Keller befinden sich neben der Heizung mit zunächst geplantem herkömmlichen Heizsystem die Sanitärräume mit behindertengerechtem WC sowie ein Erste-Hilfe-Raum. Um das Rathaus herum gibt es 18 Parkplätze, hinten für das Personal, vorne für die Besucher. Zur Abgrenzung der weiteren Bebauung sieht Kastls Plan ein Carport als Grenzbau vor.

Unten hin zur Staatsstraße führt direkt der neue Radweg am Rathaus vorbei, der in die Gesamtplanung integriert werden soll. Es fragt sich, ob das bestehende Regenrückhaltebecken für das dortige Neubaugebiet noch ausreicht, wenn das Rathaus gebaut ist. Voraussichtlich muss das Becken jedoch vergrößert werden, was zusätzliche Kosten verursacht.

Aus Sicht des Planers vermittelt sein Vorschlag für das neue Rathaus einen "guten ländlichen Eindruck". Als erster meldete sich Johannes Knauer (CWU) zu Wort. "Ich finde es nicht so gut, wenn das Tourismusbüro in die Sparkasse kommt. Kann man dafür nicht einen Raum im Rathaus vorsehen?", fragte Knauer.

Zweiter Bürgermeister Günther Kaiser (FWA) konnte sich mit dem Plan des Architekten gar nicht anfreunden: "Die andere Variante hat mir besser gefallen", meinte Kaiser, der nachfragte, worin denn der Unterschied bei einer Bausumme von 200 000 Euro Mehrkosten liege. Würde man das Rathaus um 180 Grad drehen, kleiner machen und nicht unterkellern, würde es nur 1,6 anstatt 1,8 Millionen Euro kosten.

Keine Kostendiskussion

Auf eine Baukostendiskussion ließ sich der Architekt mit dem Hinweis, das die Fachplaner noch nicht eingeschaltet seien, jedoch nicht ein. Weniger Fläche bedeutet auch weniger Kosten. "Es geht doch darum, ob wir es bauen und wie wir es bauen", so Peter Thiem (FBA), der drauf hinwies, dass ursprünglich kein Keller geplant war.

Kaiser beharrte auf seiner Meinung und forderte für die nächste Planvorstellung "Faktkosten". "Wenn überall noch ein Fragezeichen drin ist, kann ich nichts entscheiden", so Kaiser. "Über die Maße müssen wir später noch reden, dann machen wir weiter", war die Antwort von Thomas Nägel (CWU). "Mir geht es heute nur um das Gebäude und die Parkplätze und ob wir ein Carport planen", wies Bürgermeister Gerd Hofmann (FBA) weitere Diskussionen zurück. "Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren", gab ihm Peter Thiem recht.

Stephan Wickles (CWU) kommt es zu groß dimensioniert vor. "Das ist ein riesenlanges Teil. Kann man es nicht so machen, dass es kürzer ausschaut?", fragte Wickles. Auch Manfred Herzing (FBA) erscheint das gebäude als zu groß geplant. Im Arbeitskreis habe man besprochen, dass man einen kleineren Grundriss haben will, weil es ganz unterkellert ist, so Herzing. Monika Grüner-Schürer (FBA) schlug vor, das Ganze zu vertagen und sich zuerst zwei bis drei vergleichbare Rathäuser anzuschauen, die kürzlich neu gebaut wurden.

Das brachte Nägel sichtlich auf die Palme: "Wir kennen die Pläne, wir kommen so keinen Schritt weiter und wenn wir so weitermachen, haben wir 2020 noch kein neues Rathaus", wies Nägel Grüner-Schürers Vorschlag als "kontraproduktiv" zurück.

Thiem fand dies jedoch überhaupt nicht, denn vorher sei im Plan kein Keller vorgesehen gewesen, jetzt aber schon. "Ich möchte heute die Bebauungsplanänderung, damit wir weitermachen können. Alles andere ist Sache des Arbeitskreises", beendete Bürgermeister Hofmann schließlich diese Debatte. 

THOMAS WEICHERT

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