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"Es ist ein Traum, eine Kirchenweihe zu feiern"

Während vielerorts Gotteshäuser schließen, setzt Plech mit seiner Weidenkirche ein Zeichen - 17.09.2017 19:42 Uhr

Mit der Weihe der Weidenkirche durch Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (vorne, rechts) ging ein Traum für die Plecher Kirchengemeinde in Erfüllung. © Brigitte Grüner


Zwei Dekanate auf den Beinen: So könnte man die ökumenische Wallfahrt des katholischen Dekanats Auerbach und des evangelischen Dekanats Pegnitz auf einen Nenner bringen. Rechtzeitig zur Veranstaltung kam die Sonne hervor und wärmte die Sitzplätze auf den Bierbänken im Grünen. "Heute Morgen waren die Ehrengast-Schilder schon mal durchweicht", sagte ein strahlender Pfarrer Christoph Weißmann. Er hatte mit seinem Kirchenvorstand in weiser Voraussicht zweigleisig geplant. Das gemütliche Beisammensein nach dem Gottesdienst fand in einer der leeren Hallen des Gewerbegebiets statt.

Über Rad- und Fußwege

In drei Zügen kamen die Wallfahrer singend und betend aus verschiedenen Richtungen. Ein Zug war in Bernheck am Schützenhaus gestartet und kam über einen Feldweg zur Weidenkirche. Mit dabei waren die Geistlichen und Gläubigen aus den östlichen Gemeinden der beiden Dekanate. In der Ortsmitte von Ottenhof startete ein weiterer Zug, der über den Rad- und Fußweg zur Weidenkirche marschierte. Am Fränkischen Wunderland war die Plecher Gruppe aufgebrochen. Auch diese kam über den Rad- und Fußweg zur Weidenkirche.

Nachdem die ökumenische Wallfahrt im Vorjahr ausgefallen war, beteiligten sich heuer besonders viele Christen aus der Region. Das Ziel war auch ein ganz Außergewöhnliches: Die Weidenkirche, die nach der Wallfahrt feierlich eingeweiht wurde. Fast 1000 Menschen nutzen das schöne Spätsommerwetter und feierten mit der örtlichen Kirchengemeinde den Festgottesdienst. Dieser wurde von den Vereinigten Posaunenchören unter der Leitung von Bezirkskantor Jörg Fuhr musikalisch gestaltet.

Pfarrer Weißmann aus Plech und der evangelische Dekan Dr. Gerhard Schoenauer begrüßten die Wallfahrer und waren begeistert von der Menschenmenge. Alle Sitzplätze waren belegt, rund die Hälfte der Besucher blieb ohne Klagen stehen — offenbar nach dem Motto "Hauptsache, dabei sein".

In einem Sternzug erreichten die Teilnehmer der ökumenischen Wallfahrt am Ende Plech. © Brigitte Grüner


Vielerorts werden Kirchen geschlossen oder anderen Bestimmungen übergeben. "Es ist ein Traum, dass wir eine Kirchenweihe feiern dürfen", freute sich darum Dekan Schoenauer. Die Weidenkirche sei ein starkes und ökumenisches Zeichen für den Glauben. "Hier wächst zusammen, was zusammengehört." Ähnlich sah es Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, die davon sprach, dass eine evangelische Kirche in ökumenischem Geist geweiht werde. Sie weihte zunächst den Altar und das Altarkreuz und dann das grüne, wachsende Gotteshaus. Das Altarkreuz, ein Geschenk des Dekanats, hat die Metallwerkstatt der Lebensgemeinschaft Münzinghof gestaltet. Es zeigt ein Kreuz vor der aufgehenden Ostersonne. Kein anderes Symbol stehe so sehr für versöhnende und vergebende Liebe, so die Regionalbischöfin.

Ein Rastplatz für die Seele

Der offene Himmel über der Weidenkirche mache deutlich, dass der Himmel Gottes über den Menschen ist. Mit Nachdruck lud sie die katholischen Gläubigen ein, die Weidenkirche auch als "ihre Kirche" anzusehen: "Diese Kirche lockt. Sie ist anziehend. Ihre Tür ist immer offen. Sie hat keine Schwelle — weder real noch symbolisch. Hier, nahe der Autobahn wirkt sie wie ein Rastplatz für die Seele, den jeder nutzen kann."

Ein ökumenisches Glaubensbekenntnis beteten die Dekane Schoenauer und Markus Flasinksi mit den Gottesdienstbesuchern. Die Fürbitten trugen Helmut Porsch, Franz Eller, Harald Kannowsky und Pater Jan Nikel vor. "Die Weidenkirche ist ein Traum, an dem viele Menschen mitgewirkt haben." Der Plecher Pfarrer Christoph Weißmann ließ die Entstehungsgeschichte Revue passieren: Von der ersten Idee bis zur Finanzierung, Auftragsvergabe und Verwirklichung vergingen Monate.

Die Spendenbereitschaft sei überwältigend gewesen. "Die Kirche ist jetzt schon bezahlt", freute sich der Geistliche. Weitere Spenden würden für den Unterhalt verwendet. Hochzeiten, Taufen, Wallfahrten könnten in der Weidenkirche stattfinden. Bei einigen, die maßgeblich an der Realisierung beteiligt waren, bedankte sich Weißmann mit einem kleinen Modell des Altarbildes. Auch die politische Gemeinde und Vereine haben mitgeholfen. Beifall bekam "Christoph, der Träumer" anschließend von den Besuchern der Kirchenweihe.

Bürgermeister Karlheinz Escher (ÜWG) sprach von einem großen Festtag für Plech. Er sei schon gefragt worden, ob künftig am dritten September-Sonntag die Schönthal-Kirwa gefeiert werde und befand: "Das ist keine schlechte Idee, bestimmt gibt es mindestens einen Gottesdienst zur Erinnerung an die Weihe." 

BRIGITTE GRÜNER

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