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Nachbarin Monika Konrad stellte den Arbeitern Kaffee und Kuchen hin, die sich mit Presslufthammer und Baggermeißel in ein 80 Zentimeter tief gefrorenes Sandbett vorgruben. Sie hatte die fernsehlose Zeit mit Videos überbrückt und scherzte: „Mein Bruder hat ausgerechnet: Im November haben wir einen Babyboom!“
Ein anderer Nachbar spornte die Arbeiter an: „Heut Abend ist Fußball! Da muss das wieder laufen.“
Jürgen Preuß, der Bauleiter in Nordbayern von Cableway, dem Generalunternehmen für Kabel Deutschland, erklärte, warum es hier mit seinem Firmenmotto „Netzkompetenz aus einer Hand“ zumindest bei der „Kompetenz“ seit Samstagnacht haperte: Der Dauerfrost legte zu viele Kabel im Land lahm. Sein Techniker war zwar schon am Sonntag vor Ort und maß die Störstelle aus. Aber so, wie er an diesem Tag 1000 Kilometer fuhr, um alle Knackpunkte zu finden, so musste der Bautrupp später nach Nürnberg, Bayreuth, Coburg, Neustadt/Aisch und Ahorn.
Jürgen Preuß kam gestern aus Schwabach, wo ein Wasserschaden zu beheben war. „Es gibt nicht nur Pegnitz. Wir müssen alles nach und nach abarbeiten. Und wir bemühen uns sehr.“
Er bat um Verständnis, dass Kabel Deutschland nicht zehn Mann extra einstellt, nur um auf eventuelle Frostschübe zu warten. Er könne jetzt auch kein Subunternehmen zum Blitzeinsatz bitten, weil das alle Mitarbeiter in die Winterpause geschickt hat. „Wären wir Cableway Canada, würde alles gut laufen, weil wir an vier Monate Frost gewöhnt sind. Aber wann gab es bei uns zum letzten Mal so einen Dauerfrost?“
Preuß erklärte, wie es zu diesem Kupplungsbruch kommt. Schuld sind vermutlich Arbeiter, die das Kabel 1988 in Sommerhitze straff einlegten, auf 500 Meter Länge. Hätten sie es locker in Wellen gelegt, wäre nichts passiert. Aber so zieht der Frost das Kabel um einige Zentimeter zusammen. Steckverbindungen lösen sich.
Die Arbeiter mussten nun äußerst vorsichtig aufmeißeln, um nichts zu beschädigen. Ihre Lagepläne gaben auch erst einen falschen Grabungspunkt an, so dass jetzt zwei Gruben offen sind.
Die vom Fernsehausfall betroffenen Anwohner hatten Verständnis für die Probleme, fragten sich aber: Wie schaffen es andere Firmen, zum Beispiel E.on, in solchen Fällen sofort zu reparieren? Warum ist Kabel Deutschland telefonisch nicht zu erreichen? Warum gibt die Firma nicht schon am Montag Erklärungen in die Häuser, so dass jeder ihr Bemühen erkennt?



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